Suderburg: Gemeinde und Politik suchen nach Vorschlägen für Bahnhofsgebäude

„Wir müssen Ideen finden“

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Die Bahn AG will in diesem Jahr den Bahnsteig erhöhen, um den Fahrgästen am Suderburger Bahnhof den Einstieg zu erleichtern. Die Gemeinde sucht nach Ideen für die Nutzung des alten Gebäudes.

Suderburg. Rund 1 Millionen Euro will die Bahn AG in den Umbau des Suderburger Bahnsteigs investieren. Laut Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis sollen die Arbeiten je nach Witterung Anfang März beginnen. Der erste Bahnsteig soll dann bis Ende Mai fertiggestellt werden.

„Es entstehen auch neue Wetterhäuschen mit neuer Beleuchtung“, verspricht Meyer-Lovis.

Der zweite Bahnsteig ist dann ein Jahr später dran. Die Erneuerung der Bahnsteige ist auf einer Länge von 220 Metern mit einer Kantenhöhe von 76 Zentimetern oberhalb der Schienenoberkante vorgesehen. Das erleichtert das Ein- und Aussteigen für die Fahrgäste. Gearbeitet wird in erster Linie nachts, um die Einschränkungen für den Zugverkehr so gering wie möglich zu halten.

Der Tunnel unter den Gleisen und das Bahnhofsgebäude hingegen bleiben so, wie sie sind. „Um das Gebäude machen wir uns auch weiter noch Gedanken“, sagt Suderburgs Gemeindedirektor Friedhelm Schulz. Gerade für die anreisenden Studenten sei die Haltestelle „eine Visitenkarte“. Als „Aushängeschild“ bezeichnet Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) den Bahnhof.

Studenten der Ostfalia-Hochschule haben eine Studie zum Bahnhof erstellt. Diese soll in absehbarer Zeit auch den Gremien der Gemeinde Suderburg vorgestellt werden. Professor Dr. Arnd Jenne rechnet jedoch nicht vor März mit der Präsentation. „Heute ist erst der Abgabetermin des Projekts“, sagt Jenne.

Um herauszufinden, wie ein moderner Bahnhof in der ländlichen Region gestaltet werden müsse, um als Alternative zur Straße zu gelten, haben die Studierenden eine Umfrage bei allen Haushalten durchgeführt. „Die Rücklaufquote der Fragebögen lag deutlich über dem Durchschnitt“, schildert der Suderburger Professor. Die Ergebnisse sind recht komplex, so Jenne, deshalb sei es schwierig, sie kurz zusammenzufassen. Hoff freut sich über das große Interesse der Suderburger: „Ich bin dafür, eine Initiative zu gründen. Wir müssen Ideen finden.“

„Es fehlen beispielsweise Toiletten und der Warteraum ist sehr ungemütlich“, weiß Schulz, der froh ist, dass die Bahn nun in die Bahnsteige investiert.

In ein oder zwei Jahren wird die Bahn darüberhinaus noch weitere Pläne in Suderburg verwirklichen: Die gesamte Stellwerk-Technik wird aus dem Gebäude ausgebaut und dafür auf der gegenüberliegenden Seite ein kleines Häuschen errichtet, in dem die Technik untergebracht wird, die dann aus Hannover bedienbar sein wird. „Das Bahnhofgebäude wird dann dicht gemacht“, sagt Schulz und befürchtet, dass es ein „unschöner Anblick“ sein könnte.

Doch ein Erwerb kommt für die Gemeinde nicht in Betracht, schließlich würde es sich um eine so genannte „freiwillige Leistung“ handeln und die Kommune hat sich verpflichtet, zu sparen. Darüber hinaus müsste ein Nutzungskonzept erarbeitet werden, dass der Gemeinde versichert, keinen Verlust zu machen. „Irgendwas muss uns da einfallen“, hofft Schulz. Hoff schränkt allerdings ein: „Ohne Fördertöpfe geht es nicht.“ Dass das alte Bahnhofsgebäude langsam zerfallen könnte, bezweifelt Jenne: „Die Bahn hat eine Bestandsicherungspflicht.“

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