Straßen im Ort mussten erneut aufgerissen werden

Wegen defekter Leerrohre: Doppelte Arbeit beim Glasfaser-Einbau in Bohlsen

Auf der Fahrbahn der Straße Twiete in Bohlsen ist eine geflickte Stelle im Asphalt zu sehen.
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Dunkle Stellen im Asphalt, hier an der Twiete, zeigen, dass einige Straßen in Bohlsen wegen fehlerhafter Glasfaser-Leerrohre noch einmal aufgerissen werden mussten.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Nur wenige Jahre nach dem Bau des Nahwärmenetzes in Bohlsen mussten jetzt mehrere Straßen wieder aufgerissen werden. Einige der damals verlegten Leerrohre sind nämlich zu eng, sodass die Glasfaserkabel nicht hindurchpassen.

Bohlsen – Als vor einigen Jahren die Arbeiten für das unterirdische Nahwärmenetz in Bohlsen begannen, ließ die Genossenschaft Bürger-Energie Bohlsen in weiser Voraussicht gleich Leerrohre für künftige Glasfaserkabel im Erdreich verlegen. Das Ziel war, die Straßen später nicht noch einmal aufreißen zu müssen. Doch genau das wurde jetzt in Teilen von Bohlsen erforderlich. Der Grund: Weil einige der Leerrohre zu schmal sind, konnte die beauftragte Tiefbaufirma Fonbud die Glasfaserkabel jetzt nicht hindurchschießen.

„Der Innendurchmesser der Leerrohre ist in Teilabschnitten zu gering. Dies resultiert aus einer im Rohr befindlichen Filzeinlage, die sich nicht entfernen lässt“, erklärt Martin Theine, Sprecher des Landkreises Uelzen, auf AZ-Anfrage. Im Zuge des zwischen März und Oktober 2021 erfolgten Glasfaser-Ausbaus in Bohlsen seien die jeweiligen Abschnitte beziehungsweise Hausanschlüsse daher neu gebaut worden.

„Die Problematik betrifft das komplette im Zuge der Erschließung mit Nahwärme ausgebaute Gebiet und lässt sich nicht auf einzelne Straßen begrenzen“, schildert Theine. Zum Teil hätten nur die Hausanschlüsse auf Privatgrundstücken erneuert werden müssen, in einigen Fällen aber auch die Anschlusspunkte an den Hauptleitungen auf öffentlichen Gehwegen und Straßen. Davon künden dunkle Flicken im Asphalt der Fahrbahnen, zum Beispiel auf der Schmiedestraße und der Twiete.

Dass dort nachgearbeitet werden musste, hält Jan-Frederik Schröder (CDU), Mitglied des Gerdauer Rates, für unglücklich. „Wir haben die Deckensanierung der beiden Dorfstraßen extra um zwei Jahre verschoben, bis die Arbeiten für das Nahwärmenetz beendet waren“, berichtet der Bohlsener. „Wir haben viel Zeit investiert, um es so hinzukriegen, dass man die Straßen nicht noch mal aufreißen muss. Doch wir haben für die Katz‘ gearbeitet.“

Allerdings sei es in Absprache mit Eigentümern und der Firma Fonbud in vielen Fällen gelungen, die Glasfaserkabel von Privatgrundstücken aus ins Erdreich zu bringen. Auf den Straßen habe man daher nur wenige Quadratmeter aufreißen müssen. „Der Schaden ist überschaubar“, sagt Schröder. „Aber für Fonbud ist es natürlich ärgerlich.“

Jürgen Winter, Vorsitzender der Bürger-Energie Bohlsen, bestätigt, dass einige der seinerzeit verlegten Leerrohre Mängel aufweisen. „Die erste Charge Rohre, die verlegt wurden, waren ein Fehlprodukt. Das wurde aber erst später bemerkt. Bei dieser Charge sind bei der Produktion Filzreste im Rohr geblieben“, sagt Winter im AZ-Gespräch. Die damals beauftragte Firma sei bei dieser Charge vom Hersteller falsch beliefert worden. Doch dieses Problem trete keinesfalls in ganz Bohlsen auf. Laut Winter sind nur etwa zehn der insgesamt 78 Fernwärme-Anschlüsse davon betroffen. „Alle anderen sind okay.“

Noch sei unklar, wie der Schaden reguliert werden soll. „Wir sind momentan im Kontakt mit der Firma, um zu klären, wer die Kosten übernimmt“, sagt Winter. Unabhängig davon sei es völlig richtig gewesen, das Nahwärmenetz in Bohlsen aufzubauen. „Die Haushalte sind sehr zufrieden, dass sie an die Fernwärmeleitung angeschlossen wurden, gerade wenn man sich die aktuellen Gaspreise anschaut“, betont Winter. Jetzt rechne sich diese Investition.

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