Gespenstische Stille statt Lehrbetrieb

Wegen Corona: Suderburger Ostfalia stellt Präsenz-Veranstaltungen vorerst ein

Gewöhnlich herrscht im Foyer des Ostfalia-Hauptgebäudes in Suderburg Hochbetrieb. Doch gestern war es dort menschenleer – der reguläre Lehrbetrieb ruht bis einschließlich 19. April.
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Gewöhnlich herrscht im Foyer des Ostfalia-Hauptgebäudes in Suderburg Hochbetrieb. Doch gestern war es dort menschenleer – der reguläre Lehrbetrieb ruht bis einschließlich 19. April.

Suderburg – Eine sonderbare Atmosphäre umgibt die Suderburger Ostfalia-Hochschule. Normalerweise würde in den Hörsälen, Seminarräumen und Fluren jetzt Hochbetrieb herrschen. Doch aufgrund der Corona-Krise ist es auf dem Campus gestern gespenstisch still und menschenleer.

Auch Bibliothek und Mensa sind geschlossen. Plötzlich betritt ein Dozent das Foyer des Hauptgebäudes. Sein Weg führt direkt zum Desinfektionsmittelspender. Sorgfältig reibt er sich damit die Hände ein.

Auch die Mensa der Hochschule ist in den kommenden viereinhalb Wochen geschlossen.

Kein Zweifel: Die Corona-Krise hat auch die Ostfalia erreicht. Seit dieser Woche finden dort – genauso wie an allen niedersächsischen Hochschulen – bis einschließlich 19. April keine Präsenz-Lehrveranstaltungen mehr statt. Zudem hat die Ostfalia ein Betretungsverbot für Personen verhängt, die sich in den vergangenen 14 Tagen in Risikogebieten aufgehalten haben.

Doch beschäftigungslos sind Professoren, Dozenten und Studenten derzeit nicht. „Die Hochschule ist in der Lage, die Lehre aufrecht zu erhalten“, betont Professor Thomas Waldeer, Dekan der Fakultät Handel und Soziale Arbeit. Dazu bietet das Lehrpersonal Online-Veranstaltungen an. Über ein spezielles Programm können sich die Studenten von zu Hause aus in Vorlesungen und Seminare zuschalten. „Das läuft sehr gut“, freut sich Waldeer. Alle zögen an einem Strang, um die Krise zu meistern.

Auch die Sekretariats- und Verwaltungsmitarbeiter der Suderburger Ostfalia sind im Dienst. „Es ist eine freiwillige Entscheidung, ob sie im Homeoffice arbeiten wollen“, schildert Waldeer. Die allermeisten haben sich für diese Lösung entschieden. Ein- bis zweimal pro Woche kommen jedoch einige Mitarbeiter auf den Campus, um die Post abzuholen. Der Hausmeister ist ebenfalls vor Ort.

In der Fakultät Bau-Wasser-Boden sieht es ähnlich aus. „Wir werden alles versuchen, um das in eine normale Bahn zu lenken“, sagt Dekan André Maire. Auch in seiner Fakultät soll es Online-Veranstaltungen geben. Allerdings gibt Maire zu bedenken, dass bei einem Stopp des Präsenzbetriebs bis nach Ostern 60 Prozent des Semesters wegfallen. Die Frage sei, wie dann noch Prüfungen stattfinden könnten oder ob man diese verschieben müsse. Trotz allem ruft Maire zur Besonnenheit auf: „Wir müssen so normal wie möglich sein, aber mit der gebotenen Vorsicht.“

Und dann taucht gestern doch noch eine Studentin in der Suderburger Ostfalia auf. Lea-Sophie Dageförde ist gekommen, um im Sekretariat ihre Bachelor-Arbeit abzugeben. Die Atmosphäre auf dem verwaisten Campus ist auch für sie ungewohnt. „Das ist ein komisches Gefühl“, sagt die junge Frau.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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