Bauausschuss setzt sich für Tempo-30-Zonen vor Kindergarten und Grundschule in Gerdau ein

„Wahnsinnig viel Lkw-Verkehr“

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An der Gerdauer Ortsdurchfahrt der B 71 liegt auch die Grundschule. Dort und am Kindergarten soll Tempo 30 eingeführt werden, empfahl jetzt der Bauausschuss. 

Gerdau. „Die Situation ist sehr unbefriedigend“, sagt Gemeindebürgermeister Stefan Kleuker (CDU) mit Blick auf die Verkehrsbelastung in Gerdau.

Denn seitdem die Kreisstraße zwischen Melzingen und Wittenwater für Schwerlaster gesperrt wurde, gelangen diese nicht mehr direkt zur Bundesstraße 71. Sie fahren deshalb einen Umweg über die Hauptstraße im Zentrum von Gerdau. Doch genau dort ist die evangelische Kindertagesstätte beheimatet.

„Es gibt wahnsinnig viel Lkw-Verkehr durch den Ort“, beklagt Kleuker. Die Hauptstraße sei zwischen Kirche und Gemeindehaus sehr eng. „Bei Begegnungsverkehr wird das sehr schwierig“, warnt der Bürgermeister. Probleme hat er auch am Gerdauer Ortseingang auf der B 71 – aus Holt-husen II – ausgemacht. „Dort rauschen die ganz schön rein“, kritisiert Kleuker überhöhte Geschwindigkeiten. Denn direkt an der Bundesstraße steht die Grundschule.

Um die beiden Problembereiche zu entschärfen, hat sich der Gerdauer Bauausschuss jetzt einstimmig für die Einrichtung von Tempo-30-Zonen vor dem Kindergarten und der Grundschule ausgesprochen. Damit folgte das Gremium einem Antrag der Ratsherrn Wolfgang Hahnemann, Werner Meumann, Hermann Meyer und Niels Tümmler. Diese hatten sich in einem Brief an Kleuker gewandt: Die Gemeinde möge sich aufgrund der neuen Gesetzeslage dafür einsetzen, dass auf der Hauptstraße in Gerdau im Bereich des Kindergartens maximal Tempo 30 gefahren werden darf.

Auch die Grundschule macht sich für eine solche Geschwindigkeitsbegrenzung im Nahbereich ihres Gebäudes stark. Vor der Schule werde „ein sehr hohes Tempo gefahren“, schreibt Leiterin Carola Albrecht. „Wahrscheinlich ist das Verhalten der Tatsache geschuldet, dass unsere Schule kurz vor dem Ortseingang oder -ausgang gelegen ist.“

Nun will Kleuker besagte Tempo-30-Bereiche beim Landkreis Uelzen als Verkehrsbehörde beantragen. Der neue Erlass dazu verlange aber einen direkten Zugang der Einrichtung zur jeweiligen Straße, erklärt Straßenverkehrsamtsleiter Matthias Schild und ergänzt: „Das würde ich im Fall der Grundschule Gerdau als mindestens strittig ansehen.“ Bei einem Ortstermin von Politik, Verwaltung, Polizei und Landesstraßenbehörde soll nun Näheres besprochen werden.

Am liebsten wäre es Kleuker, wenn der Schwerlastverkehr ganz aus Gerdaus Mitte herausgehalten würde. Zum Beispiel könnte in Richtung Uelzen eine Umfahrung über Groß Süstedt angeordnet werden, schlägt er vor. „Mit einer Tempobegrenzung lösen wir das Problem nicht. Es müsste weniger Verkehr sein“, meint der CDU-Politiker.

Am Montag, 29. Mai, diskutiert der Gerdauer Rat über die beiden möglichen Tempo-30-Zonen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 19.30 Uhr im Gasthaus Köllmann in Bargfeld.

Von Bernd Schossadowski

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