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Vier neue Windräder bei Böddenstedt

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Von: Bernd Schossadowski

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Das Foto zeigt zwei Windräder in der Feldmark bei Klein Süstedt.
Zwei Windräder stehen bereits in der Nähe von Klein Süstedt. Nun soll der Windpark um vier weitere, deutliche höhere Anlagen nordöstlich von Böddenstedt erweitert werden. © Lars Lohmann

Der „Windpark Klein Süstedt“ soll bis Ende 2023 um vier leistungsstarke Anlagen nordöstlich von Böddenstedt erweitert werden. Diese werden jeweils 240 Meter hoch und übertreffen damit die beiden bestehenden Windräder deutlich.

Böddenstedt – Sie stellen die bisherigen Anlagen im Raum Suderburg im wahrsten Wortsinn in den Schatten. Nordöstlich von Böddenstedt, auf dem Gebiet der Gemeinde Suderburg, sollen vier Windräder mit einer Gesamthöhe von jeweils 240 Metern errichtet werden. Damit wird der bestehende „Windpark Klein Süstedt“, in dem bereits zwei Anlagen mit einer Höhe von jeweils 150 Meter stehen, erweitert. Die Inbetriebnahme soll voraussichtlich Ende 2023 erfolgen. Zu dem Vorhaben bietet der Projektentwickler wpd am kommenden Dienstag, 11. Januar, eine Online-Informationsveranstaltung an.

Die vier Windenergieanlagen des Typs GE 5.5-158 haben eine Nennleistung von je 5,5 Megawatt. Die erwartete jährliche Stromproduktion beträgt laut wpd etwa 65 Millionen Kilowattstunden. Das entspreche dem Verbrauch von 16 250 Vier-Personen-Haushalten. Mit den neuen Anlagen würden 38 500 Tonnen CO2 pro Jahr vermieden, erklärt der Projektentwickler, dessen Hauptstandort sich in Bremen befindet.

Der Rotordurchmesser der Windräder wird 158 Meter, die Nabenhöhe 161 Meter betragen. Die Erschließung des Windparks soll, aus Westen kommend, über die B 71 und damit über das Gebiet der Gemeinde Gerdau erfolgen. Von dort wird der Windpark in südlicher Richtung über das vorhandene Wegenetz erschlossen. Soweit möglich, sollen dabei Feldwege genutzt und ausgebaut werden.

Nach Angaben der Firma wpd verfügen die vier geplanten Windräder über sehr geräuscharme Generatoren. „Zusammen mit langsam drehenden Rotoren und einer Schalldämmung nach dem Stand der Technik können die Schallimmissionen im Vergleich zu älteren Anlagen stark vermindert werden“, teilt der Projektentwickler mit. Um den Schallpegel zu senken, werden beispielsweise Sägezahn-Hinterkanten an den Rotorblättern installiert. „Diese dienen dazu, die durch turbulente Grenzschichten erzeugten Geräusche an der Hinterkante der Rotorblätter zu mindern“, erläutert wpd und betont, dass die vorgegebenen Richtwerte der Schall-Immissionen vor Ort eingehalten würden.

Ein weiterer Aspekt ist der Schattenwurf der vier Anlagen. Dieser darf an einem Immissionspunkt nicht mehr als 30 Stunden pro Jahr und zudem nicht mehr als 30 Minuten pro Tag überschreiten. Dazu wurde laut wpd vor Ort eine Schattenwurf-Analyse angefertigt. Im Ergebnis müssten alle Windenergieanlagen mit einer Abschalt-Automatik bei Schattenwurf ausgerüstet werden, um die Einhaltung der Richtwerte zu gewährleisten, erklärt wpd.

Interessierte können die Unterlagen zur geplanten Erweiterung des Windparks persönlich im Suderburger Rathaus einsehen. Dazu legt die Gemeindeverwaltung zwei Aktenordner im Windfang hinter der Eingangstür aus. Zwar ist das Rathaus derzeit coronabedingt geschlossen, der Windfang ist aber während der ursprünglichen Öffnungszeiten zugänglich. Eine öffentliche Informationsveranstaltung zu dem Windpark ist wegen der anhaltenden Corona-Pandemie nicht möglich. Jedoch können die Bürger am Dienstag, 11. Januar, ab 20 Uhr an dem Online-Infoabend der Firma wpd teilnehmen. Der Zugang ist über den Link https://wpd.rocks/windparkkleinsuestedt möglich. Einwendungen gegen das Projekt können bis zum 3. Februar beim Landkreis Uelzen eingereicht werden.

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