Versammlungsstätte fehlt in Gerdau: Bürgermeister schlägt Nutzung von zwei Klassenräumen vor

Vereinstreffen in der Grundschule?

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Im Erdgeschoss des nicht mehr genutzten Neubaus der Grundschule Gerdau könnten zwei Klassenräume für Versammlungen von Vereinen, Verbänden und politischen Gremien genutzt werden. Das schlägt Bürgermeister Stefan Kleuker vor.

Gerdau. Es ist ein Dilemma, in dem viele kleine Orte im ländlichen Raum stecken: Weil das Gasthaus Wellmann in Gerdau vor zwei Monaten aus privaten Gründen geschlossen wurde, fehlt im Kernort der Gemeinde eine geeignete Versammlungsstätte für Vereine und Verbände, aber auch für Dorftage und Sitzungen der politischen Gremien.

Dieser Situation will die Gemeinde Gerdau nun aktiv begegnen. Und so schlägt Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) vor, zwei Klassenräume im Neubautrakt der örtlichen Grundschule für Treffen der Dorfgemeinschaft und der Politik zur Verfügung zu stellen.

Stefan Kleuker

Dabei hat Kleuker die beiden Räume im Auge, die – vom Schulhof aus gesehen – im Erdgeschoss rechts neben dem Eingang der Grundschule liegen. „Wir nutzen den Neubau schon seit Jahren nicht mehr. Wir sind komplett im Altbau untergebracht“, berichtet Schulleiterin Carola Albrecht im AZ-Gespräch. Die Gerdauer Lehranstalt, die einst als Mittelpunktschule gebaut wurde, hat inzwischen nämlich nur noch 68 Schüler und ist einzügig, so Albrecht. Eigentümerin des Gebäudes ist die Samtgemeinde Suderburg. Diese will mit Hinweis, dass es sich um ein schwebendes Verfahren handelt, noch keine Stellungnahme zu Kleukers Vorschlag abgeben. Allerdings könnten aus Sicht der Verwaltung zwei Optionen in Frage kommen: entweder eine teilweise Rückübertragung der Grundschule an die Gemeinde Gerdau oder ein Bauantrag auf Nutzungsänderung. Zudem müsste geklärt werden, wie die Kosten der Ver- und Entsorgung zwischen Samtgemeinde und Gemeinde aufgeteilt würden.

Auch baulich wäre hinsichtlich der beiden Klassenräume einiges zu tun. „Das Gebäude müsste an der Durchgangstür vom Quertrakt zum Neubau getrennt werden. Dort wäre eine Brandschutzwand zu errichten“, sagt Kleuker. Die Besucher von Versammlungen in den beiden Klassenräumen könnten die WCs in der Schulturnhalle nutzen, meint der Bürgermeister. „Eine Nutzung der Toiletten in der Grundschule ist nicht vorgesehen.“ Eine Versorgung der Besucher mit Getränken solle jede Organisation eigenständig übernehmen. Um die Heizkosten korrekt aufzuteilen, könne zudem ein Wärmezähler für die beiden Klassenräume installiert werden, regt Kleuker an.

Der Gemeinderat gab jetzt einstimmig grünes Licht, dass Kleuker zu diesem Thema Gespräche mit der Samtgemeinde führen soll. Außerdem soll ein Architekt beauftragt werden, der die Umbaumaßnahmen für den Brandschutz, aber auch für eine mögliche energetische Sanierung des Gebäudes erarbeitet. Denn Kleuker kann sich vorstellen, dort mit Fördermitteln zum Beispiel eine eigenständige Wärmeversorgung und eine Solaranlage einzurichten.

Von Bernd Schossadowski

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