Falsche Steine geliefert: Bauarbeiten in Hösseringen dauern länger als geplant

Unruhe durch Umleitung

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Baustelle mit Folgen: Die Gaststätte „Hösseringer Hof“ und das Haus am Landtagsplatz leiden unter geringer Besucherzahl. Beide überlegen, ob sie in der Woche den Betrieb schließen.

Hösseringen. „Wir sind im Moment total abgeschnitten von allen“, macht Georg Gräf vom Hösseringer Hof seinem Ärger Luft. Direkt vor seiner Gaststätte befindet sich seit einigen Wochen eine Baustelle. Die Bauernstraße in Hösseringen wird rundum saniert (die AZ berichtete).

Doch die Arbeiten stagnieren. Und das hat seine Gründe: „Der Steinlieferant hat die falschen Steine geliefert“, erklärt Roland Müller vom Fachbereich Bau, Umwelt und Wirtschaft der Samtgemeinde. Und das nicht zum ersten Mal. „Wir sind dadurch drei bis vier Wochen im Verzug“, erklärt Müller. Doch die Verzögerung soll wieder aufgeholt werden, so zumindest die Hoffnung von Müller.

Ein schwacher Trost für Gräf und auch für Helmut Gerken, dem Betreiber des Hauses am Landtagplatz. Beide leiden spürbar unter der Baustelle in Hösseringen – und auch in Suderburg. „Es kommen weniger Gäste“, sagt Gräfe. Das A-la-Carte-Geschäft ist im Moment hinüber und so überlegt er, ob er in der Woche nicht lieber drei Tage seine Gaststätte schließt. Den gleichen Gedanken hat auch Helmut Gerken, denn das Geschäft mit Familienfeiern am Wochenende läuft wie gehabt, schließlich buchen die Gäste langfristig. Gerken plädiert deshalb auch für den Ausbau der Umfahrungsstrecke in Verlängerung der Heerstraße/Daller Weg. „Die Umleitung ist in einem schlechten Zustand“, schildert der Betreiber des Hauses am Landtagsplatz. Er erwartet am diesem Pfingst-Wochenende eine Hochzeitsgesellschaft. Und die muss die staubige Piste bis zum Landtagsplatz in Kauf nehmen.

Georg Gräfe hat sich bereits selbst beholfen. Mit einem Radlader hat er einen kleinen Weg befestigt. „Jetzt können die Gäste wenigstens parken und es sieht nicht mehr so aus, als hätten wir geschlossen“, sagt Gräfe. Er hat die Hoffnung, dass vielleicht über Pfingsten der ein oder andere Radfahrer Halt in Hösseringen macht.

Der Leiter des Museumsdorfs Hösseringen, Dr. Ulrich Brohm, kann noch nicht klagen. Trotz Baustellen und Umleitung sind die Besucherzahlen fast gleich geblieben im Vergleich zum Vorjahr. Allerdings, so gibt er zu bedenken, habe das Museum ja auch erst drei Monate geöffnet: „Wie es sich weiterentwickelt, da sind wir skeptisch.“ Was die Mitarbeiter des Museums derzeit allerdings zu spüren bekommen, ist der Frust einiger Besucher wegen der Umleitung und ihrer Beschilderung. „Der lange Weg lohnt sich aber durchaus“, sagt Brohm augenzwinkernd mit Blick aufs lange Wochenende.

Von Jörn Nolting

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