Museumsdorf Hösseringen: Regenwetter trübt ein wenig den Start in die neue Besuchszeit

Ungemütlicher Saisonauftakt

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Neelia backt ein Stockbrot über dem offenen Herd . Dort war es bei der Saisoneröffnung im Museumsdorf Hösseringen wenigsten warm und trocken.

Hösseringen. Saisonstart am Sonntag bei Regen im Museumsdorf in Hösseringen.

Das trübte das Geschehen kaum. 

Geduldig dreht Dragoner seine Runden am Göpel. Das Pferd hatte gestern ebenfalls Dienst im Museumsdorf. 

Er schüttelt einmal kurz die Tropfen aus der Mähne und lässt sich ansonsten weder vom Dauerregen noch von den bunten Regenschirmen der Gäste, die ihm bei der Arbeit zuschauen, aus der Ruhe bringen. Dragoner, das gemütliche Fjordpferd der Familie Kassebaum aus Hösseringen, hat Dienst im Museumsdorf. Geduldig dreht das hellbraune Tier seine Runden am Göpel, sodass seine Betreuer Dirk und Hauke Kassebaum die alte Häckselmaschine in Gang setzen können. So ganz trocken ist das Langstroh darauf zwar nicht mehr, aber Christian-Eberhard Niemeyer aus Dahlenburg und Eberhard Korthaus aus Lüneburg lassen sich von der tropfenden Traufe nicht davon abhalten, einen Blick auf die historische Technik zu werfen. Jeden Monat unternehmen die beiden Männer einen Ausflug und „heute war wieder einmal Hösseringen dran“. Das wurde auch Zeit, denn ihr letzter Besuch im Museumsdorf liegt schon ein paar Jährchen zurück. Christian-Eberhard Niemeyer interessiert insbesondere die Geschichte der Landwirtschaft und er freut sich, mit dem arbeitenden Pferd und dem ratternden Göpel einen lebendigen Eindruck zu erhalten. „Landwirt ist doch der schönste Beruf“, meint er. Niemeyerselbst hat beruflich mit Zahlen als mit Säen und Ernten zu tun.

Familie Dehrmann aus Hamburg hat sich unterdessen ans Herdfeuer im Kötnerhaus zurückgezogen, wo Töchterchen Neelia ein Stockbrot backen darf. „Wir sind öfter hier, ganz besonders, wenn die Oma arbeiten muss“, so Gerrit Dehrmann. Während die Kleine das Stockbrot knabbert und für ein weiteres den Teig rollen darf, freuen sich ihre Eltern schon auf einen ruhigen Spaziergang.

Ein paar Meter weiter sind Eckard Riekmann und Ulli Schultz damit beschäftigt, die Gattersäge abzuschmieren, bevor sie das große Sägeblatt einspannen und den Motor anwerfen können. „Die alten Maschinen haben noch Gleitlager, früher gab es genaue Pläne, welches Teil wann geschmiert werden muss“, erläutert Riekmann. Er braucht für die Gattersäge, die er seit vielen Jahren ehrenamtlich betreut, längst keinen Plan mehr, denn jedes Teil ist ihm vertraut. „Jetzt werden die Riemen aufgezogen“, zeigt er.

Auch in der Schmiede wärmt das Feuer. Hier helfen Ole und Lasse aus Großburgwedel Schmied Hinrich Schulz mit dem großen Blasebalg. Und weil sie so fleißig ins Feuer gepustet haben, dürfen die Brüder die fertig geschmiedeten Haken mit nach Hause nehmen. Vorher möchten sie aber noch ein Stockbrot backen und in der Weberei bei Uschi Schwierske vorbei schauen.

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