Bund stellt überraschend Fördermittel für Barrierefreiheit am Suderburger Bahnhof in Aussicht

Umbau rückt in greifbare Nähe

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Eine junge Mutter überwindet vorsichtig mit ihrem Kinderwagen die Unterführung des Suderburger Bahnhofs. Mit einer Förderung vom Bund könnte der Umbau endlich stattfinden.

Suderburg. Eigentlich hatte sich die Verwaltung der Samtgemeinde Suderburg schon damit abgefunden, dass der Umbau des Suderburger Bahnhofs im Sinne der Barrierefreiheit in naher Zukunft nicht stattfinden wird.

Wie berichtet, hatte das Land Niedersachsen die Realisierung im Rahmen des Zukunfts-Investitionsprogramms (ZIP) „Barrierefreier Ausbau von kleinen Schienenverkehrsstationen“ mit der Begründung, dass der Umbau nicht in der Förderperiode bis 2020 durchgeführt werden kann, abgelehnt. Jetzt gibt es neue Hoffnung: Der Bund will für den Umbau Planungsgelder zur Verfügung stellen, wie der hiesige CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte mitteilt.

Otte hatte sich mit seinem Landtagskollegen Jörg Hillmer im Verkehrsministerium für Suderburg stark gemacht. „Im Rahmen des Teilprogramms ,Planungsvorrat Barrierefreiheit’ des ZIP finanziert der Bund die Planungskosten, um einen zügigen Umbau des Bahnhofs zu ermöglichen“, bestätigt Otte. Eine finanzielle Beteiligung des Landes sei nicht erforderlich.

„Wir sind positiv überrascht, dass ein Umbau jetzt doch noch stattfinden könnte“, freut sich Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz. Er gibt aber zu bedenken: „Weil sich die Samtgemeinde im Selbstentschuldungsprogramm befindet, kann Suderburg weder für Umbau- noch Folgekosten aufkommen.“

Was genau umgebaut werden soll, steht noch nicht fest. Henning Otte verspricht: „Spätestens im Sommer nächsten Jahres wird ein Gutachten in Sachen Bahnhof sowie ein genauer Kosten-Nutzen-Plan erstellt.“ Eine Rollstuhlrampe ermöglicht zwar den Zugang zu den Zügen von beiden Seiten und auf den Treppen der Unterführung, die beide Gleise miteinander verbindet, gibt es eine Rampe mit Geländer. Diese kann aber von einem Rollstuhlfahrer oder Passanten mit Rollator nicht genutzt werden. Auch Mütter mit ihren Kinderwägen tun sich sichtlich schwer. Der mögliche Bau eines Aufzuges wird deshalb genauso geprüft wie ein Umbau der Unterführung.

Eine Passantin rollt vorsichtig ihren Kinderwagen die Rampe herab. Die Erleichterung ist ihr anzusehen, als sie ohne Probleme unten angekommen ist. „Es ist sehr anstrengend mit dem Kinderwagen“, bestätigt sie. „Aber wenn ich außenrum gehe, brauche ich mindestens 20 Minuten länger.“ In wenigen Monaten kommt ihr zweites Kind zur Welt. „Ich vermute, dass ich dann hier ohne Hilfe nicht mehr hinunter kann.“ Die nächste Alternative ist eine mehrere hundert Meter entfernte Brücke.

Ganz so schnell wird der erhoffte Umbau in keinem Fall stattfinden können. Falls vom Bund finanziert, werden die Bauarbeiten zwar noch im Förderungszeitraum, aber voraussichtlich nicht vor Ende 2018 beginnen, wie Otte prognostiziert.

Von Sandra Hackenberg

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