Einsatz alter Maschinen präsentiert

Techniktag im Museumsdorf Hösseringen: Coole Pferde und ein heißer Meiler

Philipp Ramünke (rechts) und Karl-Heinz Manke (2. von links) führten eine Busch-Hackmaschine aus dem Jahr 1947 vor. Diese wurde über Riemen von einem 75 Jahre alten Trecker angetrieben.
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Philipp Ramünke (rechts) und Karl-Heinz Manke (2. von links) führten eine Busch-Hackmaschine aus dem Jahr 1947 vor. Diese wurde über Riemen von einem 75 Jahre alten Trecker angetrieben.

Hösseringen – Der alte Dieseltrecker schnurrt wie eine Katze. 15 PS hat der Hanomag unter seiner Motorhaube. „Das ist eine riesige Maschine mit vier Zylindern“, sagt Philipp Ramünke und zeigt auf den Motor des 75 Jahre alten Gefährts.

Über breite Riemen treibt der Trecker eine Busch-Hackmaschine, Baujahr 1947, an. Ast für Ast verschwindet darin und wird zu Kleinholz verarbeitet.

Die historische Maschine war eine der Attraktionen, die die Besucher beim gestrigen Techniktag im Museumsdorf Hösseringen erleben konnten. Dabei drehte sich alles um die Holzverarbeitung. Überall auf dem Gelände brummte, tuckerte, rumpelte und qualmte es.

Auf den Busch-Hacker, den er gemeinsam mit Karl-Heinz Manke vorführt, ist Ramünke sichtlich stolz. „Der Trecker hat einen 80-Liter-Tank. Der verbraucht so wenig, den könnte ich hier abstellen und zwei Wochen durchlaufen lassen“, erzählt Ramünke, der im Museumsdorf als Restaurator arbeitet, und lacht.

Auch die Dreschmaschine der Marke Erica aus dem Jahr 1952 ist in Betrieb. Dabei erlebt das Publikum, wie in früheren Zeiten Getreide gedroschen wurde. Angetrieben wird die Maschine von einem 71 Jahre alten Deutz-Trecker. Noch älter ist die Dampflokomobile des Museumsdorfes. Das Objekt, Baujahr 1913, wird derzeit aber repariert und ist deshalb noch nicht wieder einsatzfähig.

Unter der Aufsicht von Kay Stolzenberg zogen zwei Rückepferde einen Baumstamm über das Gelände.

Unterdessen ist vom Brümmerhof lautes Wiehern zu hören. Es stammt von Schimmel Peer, einem der beiden Rückepferde, die Kay Stolzenberg präsentiert. Zusammen mit dem Fuchs Konrad zieht Peer mühelos einen fast zehn Meter langen Baumstamm über das Museumsgelände. Danach genießen die beiden zutraulichen Pferde die Streicheleinheiten der Besucher.

Vierbeiner sind auch am Göpel zu bewundern. Es handelt sich um drei Fjordpferde, die Sabine und Dirk Kassebaum vom Ponygestüt Caluna aus Räber mitgebracht haben. Mit stoischer Ruhe zieht Wallach Dragoner den hölzernen Hebel im Göpel und treibt damit eine Häckselmaschine an. Stute Fricka und ihr Fohlen Fenna schauen gelassen zu. „Die Tiere sind öfters hier“, erklärt Sabine Kassebaum. „Sie verkörpern das Museum. Früher war die Zeit nicht so schnelllebig wie heute, und die Pferde können sich gut darauf einstellen.“

Auf dem Gelände gibt es aber noch viel mehr zu sehen. Eckard Rieckmann erläutert die Funktionsweise des alten Horizontal-Sägegatters, Frank Mauritz führt eine historische Bandsäge vor, und Motorsägenkünstler Andree Löbnitz stellt selbst gefertigte Holzfiguren vor.

Heiß her geht es im wahrsten Wortsinn bei Köhler Arne Paysen. Er demonstriert die Gewinnung von Holzkohle in einem Meiler. „Die Erde hat noch eine Temperatur von 300 bis 400 Grad“, sagt Paysen, wischt sich mit der Hand über sein rußverschmiertes Gesicht und gönnt sich einen Schluck aus seiner Limonadenflasche. Der zehnjährige Julius Ramünke, Sohn des Restaurators, hilft ihm beim Umschichten der qualmenden Kohle und löscht diese mit Wasser aus einem Schlauch ab. Bis zum Ende des Tages kommen etwa 500 Kilogramn Kohle zusammen. VON BERND SCHOSSADOWSKI

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