Samtgemeinderat stimmt für Schließung der Außenstelle Stöcken zum 1. Februar / Grüne sind dagegen

Tage der Grundschule Stöcken sind gezählt

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Die Klasse 3 b gestern in der Grundschule Stöcken. In etwa zwei Monaten wird die Außenstelle geschlossen und der Unterricht nach Rosche verlagert. 

Stöcken. Das Aus für die Grundschule Stöcken ist besiegelt, der Standort wird zum 1. Februar 2019 geschlossen und in die Grundschule Rosche integriert. Das hat jetzt der Samtgemeinderat mit großer Mehrheit beschlossen.

Wie berichtet, sollte die Schule bereits im Sommer 2018 wegen gesunkener Schülerzahlen geschlossen werden. Doch weil der Schulelternrat zuvor nicht angehört wurde, musste die Schließung auf Geheiß der Landesschulbehörde zurückgenommen werden. In rund zwei Monaten soll es aber soweit sein. Auch der Schulelternrat hat sich mehrheitlich für die Aufgabe der Außenstelle Stöcken ausgesprochen.

Anja Meyer und Ekkehard Jost (beide Grüne) votierten als einzige Ratsmitglieder gegen die Schulschließung, Martin Platzer (Linke) enthielt sich der Stimme. „Mir hat die Sachdiskussion gefehlt. Eine wirkliche Auseinandersetzung, zum Beispiel über die Räumlichkeiten in der Grundschule Rosche, hat es nicht gegeben“, monierte Meyer.

Das wies SPD-Fraktionschef Jürgen Peter Hallier entschieden zurück. „Es ist in aller Ausführlichkeit und Breite über das Thema im Schulausschuss beraten worden, sodass eine Transparenz vorlag“, betonte er. Die Stöckener Schüler, die bereits stundenweise in Rosche unterrichtet werden, seien mit dem dortigen Standort sehr zufrieden. „Das Angebot ist sehr viel größer, als es in Stöcken sein kann“, meinte Hallier.

Dem schloss sich CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Widdecke an. „Es ist eine Unterstellung, dass hier nicht breit und ausführlich diskutiert wird. Das finde ich nicht fair, das ist nicht in Ordnung“, schimpfte er.

Auch Rainer Fabel (FDP) erklärte: „Sachlich und fachlich halte ich es für richtig, dass die Schule geschlossen wird.“ Zudem seien die Unterlagen zu diesem Thema in den vergangenen Jahren im Ratsinformationssystem der Samtgemeinde online einsehbar gewesen. „Die Fakten sind alle dargelegt worden“, so Fabel.

Deutliche Worte fand auch Ratsvorsitzender Bernd Burmester (CDU). Er wandte sich gegen öffentliche Stimmen, die Samtgemeindebürgermeister Herbert Rätzmann die Schuld gegeben hatten, dass die Schulschließung auf Eis gelegt werden musste. „Diesen Fehler hat nicht er allein gemacht“, sagte Burmester und fügte, an Rätzmann gerichtet, hinzu: „Großen Respekt, dass du die Schuld auf dich genommen hast. Das wäre nicht nötig gewesen.“

Unterdessen übt die ehemalige Schulelternratsvorsitzende Uta Rosenfeld scharfe Kritik an der Schließung der Schule. Die große Mehrheit der Stöckener Elternschaft sei nach wie vor für die Fortführung der Außenstelle, erklärt sie. Und sie fragt: „Wie soll an der Roscher Schule angesichts des knappen Platzes für eine ausreichende Anzahl an Räumen gesorgt werden, falls in Zukunft weitere Oberschüler aus der KGS hinzukommen beziehungsweise die Schülerzahlen der Grundschule doch steigen sollten?“

Von Bernd Schossadowski

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