Firma CCS freut sich über Neuzugang

Syrischer Flüchtling beginnt seltene Ausbildung zum Baustoffprüfer in Suderburg

Das Bild zeigt Jamal Alsattouf zusammen mit den Geschäftsführern der Firma CCS, Dirk Lange und Björn Erler.
+
Der 37-jährige syrische Flüchtling Jamal Alsattouf (Mitte) beginnt demnächst eine Ausbildung als Baustoffprüfer bei der Suderburger Firma CCS. Mit ihm freuen sich die Geschäftsführer Dirk Lange (links) und Björn Erler.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
    schließen

Der syrische Flüchtling Jamal Alsattouf beginnt am 1. August die sehr seltene Ausbildung zum Baustoffprüfer bei der Firma Competence Centrum Suderburg (CCS). Der 37-Jährige ist ein Beispiel für gelungene Integration.

Suderburg – Als er 2015 mit seiner Ehefrau vor dem syrischen Bürgerkrieg flüchtete und nach Deutschland kam, hätte sich Jamal Alsattouf nicht träumen lassen, dass er einmal in Suderburg landen würde. Und nicht nur das: Hier hat der 37-Jährige beruflich Fuß gefasst. Seit Ende Mai arbeitet der studierte Geologe als geringfügig Beschäftigter bei der Competence Centrum Suderburg GmbH (CCS). Am 1. August wird er bei der Firma die sehr seltene Ausbildung zum Baustoffprüfer beginnen.

Für die beiden CCS-Geschäftsführer Dirk Lange und Björn Erler ist das in mehrfacher Hinsicht ein Grund zur Freude. „Es ist nicht so einfach, einen Baustoffprüfer zu finden. Der Beruf wird keine hundert Mal in Deutschland ausgebildet“, weiß Lange. Seine Nachforschung bei der IHK Lüneburg-Wolfsburg hat ergeben: „In den letzten 15 Jahren wurde kein einziger Baustoffprüfer im Landkreis Uelzen ausgebildet.“

Für die Suderburger Firma, die Erd- und Straßenbaustoffe untersucht, sei Alsattouf ein Gewinn, sagt Lange. „Er hat durch sein Studium Vorkenntnisse und steht mitten im Leben. Was will man mehr?“ Vor allem aber sei der Syrer, der kürzlich mit seiner Frau, der vierjährigen Tochter und dem einjährigen Sohn aus Osterholz-Scharmbeck nach Suderburg gezogen ist, ein Beispiel für gelungene Integration, lobt Lange.

Alsattouf ist voll motiviert und freut sich schon auf die dreijährige Ausbildung, die aus den Bereichen Boden-, Beton- und Asphaltuntersuchung besteht. Die Berufsschule wird er im Blockunterricht in Hamburg besuchen. Auch wenn der 37-Jährige, der aus der Stadt Hama stammt, schon gut Deutsch spricht, muss er natürlich noch die Fachbegriffe seines neuen Berufs erlernen.

Für Alsattouf steht fest: „Ich möchte für meine Familie und mich eine gute Zukunft in Deutschland aufbauen.“ In Suderburg gefällt es ihm sehr gut. „Der Ort ist klein, hier ist es ruhig und grün. Das ist ein Vorteil für meine Familie. Und für mich ist es gut, dass ich in der Nähe meiner Arbeit wohne“, sagt er. Seine Tochter wird ab August den Kindergarten besuchen, sein Sohn ist für 2022 in der Krippe angemeldet.

Dirk Lange wundert sich, wie schnell die Anstellung von Alsattouf über die Bühne ging. „An einem Freitag habe ich unsere Firma bei der Online-Jobbörse der Agentur für Arbeit angemeldet. Am Sonntagabend war seine Bewerbung schon da“, erzählt er. Innerhalb kürzester Zeit folgten ein Telefonat und das Bewerbungsgespräch, und am Tag darauf wurde der Arbeitsvertrag abgeschlossen.

Auch CCS-Geschäftsführer und Ausbildungsleiter Björn Erler blickt der Zusammenarbeit mit Alsattouf mit Vorfreude entgegen. „Wir suchen einen Baustoffprüfer, um uns als Firma weiterzuentwickeln“, erklärt er. Für Alsattouf, der von 2012 bis 2015 im Auftrag der Vereinten Nationen in einem Flüchtlingslager in der Türkei als Lehrer für syrische Kinder gearbeitet hat, gibt es sogar eine langfristige Perspektive bei CCS. „Wenn er Lust hat und die Prüfung besteht, bleibt er natürlich in unserem Team. Er soll ja hier in Suderburg eine Heimat finden“, betont Lange.

Wenn Alsattouf über seine Anfangszeit in Deutschland spricht, muss er schmunzeln. Die oft recht kühle Witterung war für ihn schon eine Umstellung. „Im ersten Jahr hat mich das noch gestört“, verrät er und lacht. „Aber jetzt habe ich mich daran gewöhnt.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare