Suderburger Grüne fordern Beseitigung der Mängel am Hardausee

Ärger um Schranke und Wanderweg: Politiker diskutieren morgen

+
Trotz des Verbots nutzen viele Besucher die beschrankte Zufahrt, um mit Autos zum Hardausee zu gelangen. Auch an anderen Stellen am See gibt es nach Ansicht der Grünen dringenden Handlungsbedarf, zum Beispiel am zugewachsenen Wanderweg.

Hösseringen. Er wurde im Juli 1971 zur Nutzung freigegeben und gehört bis heute zu den beliebtesten Freizeitstätten im Kreis Uelzen. Doch am Hardausee bei Hösseringen nagt unübersehbar der Zahn der Zeit.

Deshalb hat die Grünen-Fraktion in der Gemeinde Suderburg jetzt die Erstellung eines Unterhaltungs- und Sanierungskonzepts für das Tourismusgebiet beantragt. Morgen diskutiert der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss der Gemeinde darüber.

Unter anderem fordert die Fraktion, Teile des Wanderwegs um den Hardausee zu sanieren. Dieser sei am Südufer auf etwa 200 Metern Länge fast zugewachsen, sagt Fraktionsvorsitzende Christine Kohnke-Löbert. „Gäste haben sich bei der Touristinfo und beim Kiosk schon mehrmals beschwert, bei regnerischem Wetter nasse Schuhe zu bekommen.“ Die Grünen schlagen einen Ausbau des Weges mit Mineralgemisch vor – und zwar schon zur Saison 2016.

Auch für eine Neuregelung der Zufahrt zum Kiosk machen sich die Grünen stark. Schilder weisen eindeutig darauf hin, dass die Durchfahrt nur dem Kioskbetreiber und behinderten Besuchern mit entsprechendem Parkausweis gestattet ist. Trotzdem öffnen immer wieder Nichtberechtigte die Schranke und fahren mit Autos in Richtung See. Auch dort müsse bald eine Lösung her, sagt Kohnke-Löbert.

Darüber hinaus beantragen die Grünen, das Kioskgebäude, das der Gemeinde Suderburg gehört, im Rahmen eines Gesamtkonzepts zu modernisieren. Unter anderem sei der Bau eines Behinderten-WCs notwendig. „Ein weiteres stückchenweises Sanieren hilft weder dem Eigentümer noch dem Pächter weiter und schiebt die Probleme nur auf“, meint die Fraktionschefin.

Handlungsbedarf sehen die Grünen auch bei der Spundwand am Strand des Hardausees. Die weist stellenweise erhebliche Schäden auf. „Sollte die Spundwand eines Tages einbrechen, befürchten wir eine Sperrung des Strandes“, erklärt Kohnke-Löbert. Ihre Fraktion schlägt daher die Sanierung der Wand vor. Alternativ könnte eine Böschung geschaffen und an deren Fuß ein Hochbord zur Stabilisierung errichtet werden. Die Grünen seien sich bewusst, dass sich das Gesamtkonzept angesichts der Haushaltssituation der Gemeinde nur schrittweise umsetzen lasse.

Auf die unklare Finanzierung nimmt auch Suderburgs Bau-Fachbereichleiter Rüdiger Lilje Bezug. „Wir versuchen, eine längerfristige, größere Lösung zu schaffen. Dafür braucht es aber Geld, das uns derzeit fehlt“, betont er im AZ-Gespräch. Möglicherweise könnten Fördermittel dafür in Anspruch genommen werden. Letztlich müsse der Gemeinderat über die Sanierung des Hardausees entscheiden. Die nächste Sitzung findet voraussichtlich im Februar 2016 statt. Doch die Zeit drängt: Die neue Badesaison beginnt bereits im Mai.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare