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Suderburger Bürgerbus warnt auf seinen Bildschirmen vor Betrügern

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Von: Bernd Schossadowski

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Stella Giese, Bernd Roggemann, Klaus-Peter Burmeister und Hans-Hermann Hoff stehen im Bürgerbus und halten Infoplakate in der Hand.
Stella Giese, Präventionsbeauftragte der Polizei, präsentiert die Infoplakate im Bürgerbus zusammen mit Fahrdienstleiter Bernd Roggemann, Fahrer Klaus-Peter Burmeister und Vize-Vorsitzendem Hans-Hermann Hoff (von links). © Bernd Schossadowski

Der Suderburger Bürgerbus-Verein unterstützt die aktuelle Präventionskampagne der Polizei gegen Schockanrufer, Enkeltrick- und Whatsapp-Betrüger. Während der Fahrt erscheinen dazu bebilderte Warnhinweise auf dem Monitor des Busses.

Suderburg – „Nicht mit mir!“, steht in großer Schrift auf den Infoplakaten des Polizeikommissariats Uelzen, alternativ auch „Nich mit mi!“ auf Plattdeutsch. Mit dieser Präventionskampagne weist die Polizei auf die Gefahren durch Ganoven hin: vom Enkeltrick über Schockanrufe und Whatsapp-Betrug bis zu falschen Polizeibeamten, die arglose Bürger um ihre Ersparnisse bringen wollen. Jetzt greift der Suderburger Bürgerbus-Verein diese Kampagne auf. Ab sofort erscheinen die bebilderten Warnhinweise auf dem Monitor im Fahrgastraum des Busses.

„Unser Zielpublikum als Fahrgäste sind ältere Menschen, die Aktion passt also sehr gut“, erklärt Fahrdienstleiter Bernd Roggemann. Dass der Verein dabei mitmacht, hält Stella Giese, Sachbearbeiterin für Prävention bei der Polizei, für eine gute Idee. „Das ist sehr wichtig, um die Leute zu sensibilisieren und ihnen die Gefahren durch Betrüger jeden Tag präsent zu machen“, sagt sie.

Wie aktuell das Thema ist, zeigen Vorfälle aus den vergangenen Tagen. Gleich mehrfach wurden Menschen mithilfe von fingierten SMS- oder Whatsapp-Nachrichten um ihr Geld geprellt. Zum Teil haben sie vierstellige Summen an Unbekannte überwiesen. Die Betrüger hatten ihnen vorgegaukelt, dass sie damit einem Familienangehörigen in einer akuten Notsituation helfen können (AZ berichtete).

„,Mein Handy ist kaputt‘ oder ,Ich habe eine neue Nummer‘, das sind zurzeit die gängigen Maschen“, warnt Stella Giese vor Whatsapp-Betrug. „Daher ist es wichtig, darüber zu sprechen und das weiter zu kommunizieren, denn es kann jeder geschädigt werden.“ Mit der Präventionsaktion im Bürgerbus könnten gezielt ältere Menschen erreicht werden.

Die Warnhinweise sind auf Initiative von Roggemann entstanden. „Eine ähnliche Aktion habe ich mal in Nordrhein-Westfalen gesehen“, erzählt er im AZ-Gespräch. Die Polizei hat die Idee aufgegriffen und daraus vier verschiedene Infoplakate, eines davon auf Platt, entwickelt. „Weiterleiten, teilen, darüber sprechen“, lautet darauf der Appell. Und dann sind noch konkrete Tipps der Polizei zum Schutz vor Betrügern aufgelistet: misstrauisch sein, Kontaktaufnahme hinterfragen, kein Geld überweisen und die Polizei verständigen. Weitere Infos können über einen QR-Code auf den Plakaten abgerufen werden.

Während der Fahrt des Bürgerbusses erscheinen die Warnhinweise im Wechsel mit Werbeanzeigen von Firmen und Gewerbetreibenden. Das Ganze läuft in einer digitalen Schleife, jede Anzeige ist für zehn Sekunden auf dem Monitor zu sehen. Anders als bei der Werbung, aus der sich der Verein maßgeblich finanziert, wird dafür kein Geld verlangt.

Roggemann und dem zweiten Vorsitzenden des Bürgerbus-Vereins, Hans-Hermann Hoff, geht es darum, die Kampagne möglichst weit zu verbreiten. Deshalb hat Roggemann die Infoplakate auch an den Verein Bürgerbus Bad Bevensen und den Dachverband Pro Bürgerbus Niedersachsen weitergeleitet.

Und dann liegt im Suderburger Bürgerbus noch die Infobroschüre „Im Alter sicher leben“ von Polizei und „Weißer Ring“, dem Verein zur Unterstützung von Kriminalitätsopfern und zur Verhütung von Straftaten, aus. Darin geht es um Betrug an der Haustür, Gefahren am Telefon, bei Vollmachten und beim Einkaufen im Internet, um Handtaschenraub, Trickdiebstahl und vieles mehr.

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