14 Betreuungsstunden pro Woche

Suderburger Ausschuss empfiehlt Nachmittagsangebote für Grundschüler

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Für eine Nachmittagsbetreuung von Grundschülern – hier ein Symbolbild – möglichst in den Grundschulen Suderburg und Gerdau spricht sich der Schulausschuss aus.

Suderburg/Gerdau – In fast allen Kommunen im Landkreis Uelzen gibt es bereits eine Nachmittagsbetreuung für Grundschüler. Zum 1. August 2020 soll sie auch in der Samtgemeinde Suderburg eingeführt werden. Das hat der Schulausschuss jetzt einstimmig empfohlen.

Das kostenpflichtige Angebot soll bevorzugt in den Grundschulen Suderburg und Gerdau etabliert werden. Im Gespräch sind 14 Betreuungsstunden pro Woche – montags bis donnerstags, nicht jedoch während der Ferien.

Damit folgte der Ausschuss einem Antrag der WSL-Fraktion, die die Betreuung aber nur für die Grundschule Suderburg gefordert hatte. „Wir gehören zu einer der wenigen Grundschulen im Landkreis Uelzen, die noch keine Ganztagsbetreuung anbietet. Daher verlieren wir schon Schüler an die Grundschule Holdenstedt, die das Angebot einer offenen Ganztagsschule hat“,  erklärt Fraktionschef Dierk Pellnath im Antrag der WSL. Mit der Ausdehnung auf den Nachmittag werde berufstätigen Eltern die Möglichkeit eröffnet, ihre Kinder auch nach 12.30 Uhr betreuen zu lassen. Das sei „eine gute Alternative für Familien in Suderburg“, so Pellnath.

Die Verwaltung hat bereits den Bedarf bei den Eltern abgefragt. Das Ergebnis: Im Bereich der Grundschule Suderburg wurde für zwölf Kinder Interesse an einer Nachmittagsbetreuung bekundet. Für die Grundschule Gerdau ergaben sich hingegen nur vier Meldungen. „Der Bedarf war geringer als erwartet“, bilanzierte Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz.

Die Personalkosten für eine Erzieherin bezifferte er auf 17.400 Euro pro Jahr. Zuschüsse vom Land gebe es nicht. „Es wäre aber möglich, über Elternbeiträge vielleicht 7.000 Euro zu generieren“, schätzte Schulz. Den Rest müsste die Samtgemeinde selbst zahlen. Angesichts des geringen Interesses aus Gerdau schlug er vor: „Man könnte sich Gedanken machen, ob man dort etwas Ehrenamtliches macht.“

Im Schulausschuss stieß der WSL-Antrag auf ein positives Echo. „Die Einrichtung ist auf jeden Fall notwendig. Wir hinken da hinterher“, erklärte Birgit Markert (SPD) und sprach sich für die Einrichtung einer Gruppe mit zwölf Kindern in Suderburg aus. „Nicht schlecht“ findet sie die Idee einer ehrenamtlichen Betreuung in Gerdau. „Wir sollten das auf jeden Fall starten“, betonte auch Stefanie Demlang (WSL). Ihrer Ansicht nach könnte der Bedarf in den nächsten Jahren sogar noch steigen.

Ausschussvorsitzender Stefan Kleuker (CDU) verwies darauf, dass die Eltern von 239 Kindern in der Samtgemeinde angeschrieben wurden, es aber nur für 132 Kinder Rückmeldungen gab. „Das ist eine sehr schlechte Beteiligung“, sagte Kleuker. Die Nachmittagsbetreuung könnte der Samtgemeinde bei zu geringen Anmeldezahlen „auf die Füße fallen“, warnte er und verwies auf die Situation in Wrestedt. Dort haben sich nur vier Kinder für den neu eingerichteten Hort angemeldet. Verwaltungschef Schulz stellte daher klar: „Wenn wir die notwendigen Kinderzahlen nicht zusammenkriegen, müssen wir zurückrudern.“

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