Politik beschließt vierten Bauabschnitt „Westlich der Bahnhofstraße“

Suderburg: Ja zu Stichstraßen und Stadtvillen

Henrik Böhme stellte das Plankonzept für das neue Baugebiet vor. Der vierte Abschnitt soll über eine Hauptachse westlich der Marktstraße erschlossen werden, von der fünf Stichstraßen mit Wendehammern abzweigen.
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Henrik Böhme stellte das Plankonzept für das neue Baugebiet vor. Der vierte Abschnitt soll über eine Hauptachse westlich der Marktstraße erschlossen werden, von der fünf Stichstraßen mit Wendehammern abzweigen.

Suderburg – Es ist ein Beschluss mit weitreichender Wirkung: Der Bau- und der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Suderburg haben jetzt grünes Licht für den vierten Abschnitt des Baugebietes „Westlich der Bahnhofstraße“ gegeben.

Auf dieser etwa sechs Hektar großen Fläche zwischen Lerchenweg und Tannrähmsring können 45 bis 50 Baugrundstücke geschaffen werden. Einstimmig wurde die Aufstellung des Bebauungsplans beschlossen.

Zuvor hatte Henrik Böhme vom Ingenieurbüro „Plan B“ den Bebauungsvorschlag für das Gebiet vorgestellt. Die Erschließung soll nicht über eine Ringstraße erfolgen. Stattdessen ist eine Hauptachse in westlicher Verlängerung der Marktstraße geplant, von der fünf Stichstraßen abzweigen und in Wendehammern enden. „Dadurch werden kleine Wohnhöfe geschaffen“, erläuterte Böhme. Das Ziel sei auch, aus dem Bereich „In den Twieten“ eine Verbindung zum Wald im Westen des Baugebietes zu schaffen.

Die beiden Ausschüsse sprachen sich dafür aus, den Bauinteressenten möglichst viele Freiheiten zu gewähren. Deshalb wird die Zahl der Wohnungen pro Gebäude nicht begrenzt. Die Grundflächenzahl soll bei 0,25 liegen. Das bedeutet: Auf einem 1000 Quadratmeter großen Grundstück dürfen maximal 250 Quadratmeter bebaut werden. Außerdem sollen in dem neuen Bauabschnitt Stadtvillen – Häuser mit zwei Vollgeschossen – erlaubt werden. Die Traufhöhe der Gebäude soll 6,50 Meter betragen, die Firsthöhe 9,50 Meter. Überall im neuen Bauabschnitt können Einzel- und Doppelhäuser errichtet werden, doch nur in einer Zone im Südosten werden zusätzlich Reihenhäuser erlaubt.

Kontrovers diskutiert wurde im Bauausschuss über die Frage, wie der vierte Bauabschnitt an den Lerchenweg angebunden werden soll. Udo Depner (CDU) war dafür, dort eine voll ausgebaute Straße zu schaffen. „Rettungsfahrzeuge und Feuerwehren müssen da im Notfall zu jeder Tages- und Nachtzeit durchfahren können“, sagte er. Anwohner befürchten aber, dass eine Straßenanbindung zu mehr Durchgangsverkehr auf dem Lerchenweg führen könnte. Eine Alternative wäre, lediglich eine Verbindung über einen vier Meter breiten Geh- und Radweg zu schaffen. „Wir sollten den Weg lieber einen Meter breiter machen und auf Nummer sicher gehen“, meinte Karsten Scherer (CDU) mit Blick auf die Passierbarkeit durch Rettungsfahrzeuge. Zudem schlug er vor, diesen Bereich für den Baustellenverkehr zu sperren. Letztlich sprachen sich beide Ausschüsse für einen sechs Meter breiten Geh- und Radweg und gegen eine Straßenanbindung aus.

Keine Mehrheit fand hingegen ein Antrag der Grünen. Als Maßnahme zum Klimaschutz forderte die Fraktion, fossile Brennstoffe zur Energieversorgung im neuen Bauabschnitt zu verbieten. Doch die Ausschüsse betonten, sie wollten die Bebauung nicht zu sehr reglementieren.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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