Debatte im Suderburger Bauausschuss: Anwohner westlich des Bahnhofs klagen über laute Züge

Suderburg: Lärm schallt bis ins alte Dorf

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Ein ICE fährt durch den Suderburger Bahnhof. Die Deutsche Bahn hat nur östlich der Strecke eine Lärmschutzwand errichtet. Doch der Schall bricht sich und strahlt auf die westliche Seite aus. 

Suderburg. Es ist ein Beispiel für die oft schwer nachvollziehbare Bürokratie in Brüssel. Die Europäische Union hat die Bundesrepublik in einem Gerichtsverfahren verpflichtet, die EU-Umgebungslärmrichtlinie an Hauptverkehrsstraßen umzusetzen.

Somit muss jede Kommune einen Aktionsplan aufstellen, mit dem Lärmprobleme, die durch den Verkehr entstanden sind, beseitigt werden.

Im Fall der Samtgemeinde Suderburg mutet das jedoch skurril an. Die einzige Strecke, an der die Grenze von drei Millionen Fahrzeugen pro Jahr überschritten wird, ist die B 4. Doch in dem Teilstück auf Suderburger Gebiet gibt es keine Anwohner. Lärmschutz ist daher nicht notwendig. Trotzdem muss die Samtgemeinde jetzt entsprechende Formulare ausfüllen und die Zahlen alle fünf Jahre überprüfen. „Das ist ein Papiertiger“, fasste Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje das Thema jetzt im Bauausschuss zusammen.

Götz Schimmack

Dabei gebe es derzeit viel dringendere Probleme, meinte Ausschussmitglied Götz Schimmack (parteilos) mit Blick auf den Schienenverkehr auf der Strecke Hamburg-Hannover. „Seitdem die Lärmschutzwand an der Ostseite des Suderburger Bahnhofs steht, bricht sich dort der Schall und strahlt auf die westliche Seite der Bahnlinie aus“, kritisierte er. Mehrere Anwohner hätten ihn auf die Lärmproblematik angesprochen. Vor allem aus dem Altdorf von Graulingen kämen Klagen.

Die Deutsche Bahn hatte die 590 Meter lange und zwischen zwei und drei Meter hohe Lärmschutzwand vor einigen Jahren im Zuge der Sanierung des Suderburger Bahnhofs auf der Ostseite errichtet. Im Westen existiert keine solche Wand. „Das war eine Kosten-Nutzen-Rechnung der Bahn. Westlich davon gibt es zu wenige Häuser“, erklärte Lilje.

Obwohl die Grenzwerte nicht überschritten würden, habe die Bahn den Anwohnern im westlichen Bereich Schallschutzfenster angeboten. „Das hat aus meiner Kenntnis keiner in Anspruch genommen“, sagte Ulrich Mietzner (SPD). Auf Wunsch des Ausschusses wird Lilje nun beim Eisenbahn-Bundesamt nachfragen, ob es auch einen Lärmaktionsplan für die Schiene gibt.

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