Hochschule plant Erweiterung in Suderburg / Gemeinde verkauft Fläche für neues Forschungsgebäude

Suderburg: „Ein Meilenstein für die Ostfalia“

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Auf Beschluss des Suderburger Rates wird die Gemeinde dieses 8395 Quadratmeter große Grundstück an der Herbert-Meyer-Straße an das Land verkaufen. Dort will die Ostfalia-Hochschule ab 2020 ein Forschungsgebäude errichten.

Suderburg. Ein millionenschweres Bauvorhaben der Ostfalia-Hochschule hat eine wichtige Hürde genommen.

Der Suderburger Rat hat jetzt in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, dem Land ein 8.395 Quadratmeter großes, gemeindeeigenes Grundstück an der Herbert-Meyer-Straße zu verkaufen. Über den Kaufpreis hüllen sich die Beteiligten in Schweigen.

Auf dieser Fläche im Süden des Suderburger Campus‘, auf der sich bislang einige Parkplätze für Ostfalia-Mitarbeiter befinden, will die Hochschule ein Forschungsgebäude errichten. Dieser Neubau hängt unmittelbar mit einem weiteren Projekt der Ostfalia zusammen: An der Straße „In den Twieten“ plant sie für geschätzte 3,5 Millionen Euro ein modernes Seminar- und Bürogebäude (AZ berichtete). Dafür werden aber zahlreiche Parkplätze zwischen Mensa und Studentenwerk wegfallen. Für Ersatz will die Ostfalia daher auf dem nun vom Gemeinderat verkauften Areal sorgen.

„Die Arbeiten ,In den Twieten‘ sollen im Sommer 2019 starten. Für das Gebäude an der Herbert-Meyer-Straße streben wir einen Baubeginn im Jahr 2020 an“, blickt Roland Distler, Leiter des Ostfalia-Gebäudemanagements, voraus.

Roland Distler

Bei letztgenanntem Vorhaben, für das Zuschüsse aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung beantragt wurden, gebe es aber noch einige Unwägbarkeiten. Zunächst müssen die NBank und das niedersächsische Wissenschaftsministerium die Fördergelder genehmigen. Zum Schluss muss der Haushaltsausschuss des Landes die Freigabe der Mittel beschließen. „Das ist bei Bauvorhaben von über drei Millionen Euro immer so“, sagt Distler. „Die Entscheidung könnte Anfang nächsten Jahres fallen.“ Wie teuer der Neubau wird, kann er aber noch nicht sagen.

Außerdem muss die Gemeinde Suderburg den Bebauungsplan für die Fläche an der Herbert-Meyer-Straße ändern, um dort dichtere Bebauung zu ermöglichen. Dieser Beschluss ist innerhalb der Suderburger Politik aber unumstritten.

In dem geplanten Neubau im südlichen Campus-Bereich will die Ostfalia verschiedene Forschungsprojekte mit Drittmitteln – also Geldern, die nicht aus dem Haushalt der Hochschule stammen – starten. Eines davon ist die sensorgestützte Beregnungssteuerung für Kartoffeln. Dafür hat die Hochschule bereits Fördermittel von rund 780.000 Euro vom Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg erhalten (AZ berichtete).

Hans-Hermann Hoff

Bei Politik und Verwaltung in Suderburg gibt es breite Unterstützung für die Erweiterungspläne der Hochschule. „Das ist ein Meilenstein für die Ostfalia. Sie wächst und gedeiht“, begrüßt Gemeindedirektor Thomas Schulz den jetzt beschlossenen Flächenverkauf ans Land. Auch Gemeindebürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) ist voll des Lobes. „Das neue Forschungsgebäude ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt er. Das Projekt einer sensorgestützten Beregnungssteuerung für Kartoffeln sei bundesweit einmalig. „Das wird ein Aushängeschild für die Ostfalia“, ist Hoff überzeugt.

Von Bernd Schossadowski

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