Mit einem Erdrutsch-Sieg ins Rathaus

Der neue Suderburger Samtgemeindebürgermeister heißt Wolf-Dietrich Marwede

Zu einer Podiumsdiskussion in Bahnsen trafen sich Wolf-Dietrich Marwede (links) und Stefan Kleuker am Freitag noch einmal persönlich.
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Zu einer Podiumsdiskussion in Bahnsen trafen sich Wolf-Dietrich Marwede (links) und Stefan Kleuker am Freitag noch einmal persönlich, um Wähler jeweils für sich zu überzeugen. Das Fernduell am Sonntag in den Wahllokalen konnte Marwede dann sehr deutlich für sich entscheiden.

Suderburg – „Der Wähler wollte Herrn Marwede und ich gratuliere dem Sieger“, sagt Stefan Kleuker am Sonntagabend im AZ-Telefonat, als feststeht, dass sein Konkurrent Wolf-Dietrich Marwede die Stichwahl zum Samtgemeindebürgermeister der Samtgemeinde Suderburg klar gewonnen hat.

„Das ist toll, so deutlich hätte ich das niemals erwartet“, freut sich der Sieger, der den Posten von Amtsinhaber Thomas Schulz am 1. November übernehmen wird. .

Notwendig war der zweite Gang zur Wahlurne geworden, weil sich bei den zeitgleichen Kommunalwahlen am 12. September keiner der ursprünglich fünf Kandidaten mit der notwendigen absoluten Mehrheit durchsetzen konnte. Damals erreichte Marwede als Einzelbewerber 35,7 Prozent der Stimmen und Kleuker, der für die CDU ins Rennen gegangen war, 30,2 Prozent. Die übrigen Stimmen verteilten sich auf Benjamin Gießel (SPD/16,8 Prozent), Günther Winkelmann (WSL/7,3 Prozent) und den unabhängigen Dierk Pellnath (9,9 Prozent).

Marwede, der 67,3 Prozent der Wähler von sich überzeugen konnte und so am Ende im Prinzip alle Stimmen der drei ausgeschiedenen Kandidaten erhielt, möchte diesen Umstand gegenüber der AZ nicht bewerten, aber: „Man hat mir immer gesagt, die Wahl würde in Suderburg entschieden. Und das hat sich heute bestätigt.“ Schon vor zwei Wochen sei er überrascht gewesen, als er es in die Stichwahl geschafft hatte, verrät der Suderburger. „Ich habe anscheinend gute Überzeugungsarbeit geleistet und konnte die Wähler mit meinen Ideen erreichen.“ Den Abend wollte der künftige Rathaus-Chef mit Freunden in einem Gasthaus „ganz ruhig“ ausklingen lassen.

Die Wahlbeteiligung in der Samtgemeinde Suderburg liegt mit 72,1 Prozent fast fünf Prozent über jener vom 12. September, was sicherlich an der parallel stattfinden Bundestagswahl liegt.

In den untergeordneten Gemeinden ist ein Gefälle zu beobachten: Während in der Gemeinde Suderburg mit 70,5 Prozent die wenigsten Menschen von ihrem Stimmrecht Gebrauch machen, wählen in Kleukers Heimatgemeinde Gerdau, wo der Unterlegene das Amt des Bürgermeisters bekleidet, 76,2 Prozent der Bürger. Hier kann der CDU-Kandidat drei der fünf Bezirke – Groß Süstedt, Gerdau und Bargfeld –für sich entscheiden. In allen anderen 17 Wahlbezirken siegt Marwede. Nur für die Gemeinde Suderburg bedeutet das ein eindrucksvolles Ergebnis von 76,1 Prozent.

„Vom Grundsatz her: Wenn man zu einer Wahl antritt, dann möchte man die natürlich auch gewinnen“, erklärt Stefan Kleuker. Doch er falle jetzt in kein Loch, so der Landwirt. „Ich habe einen guten Job, den ich gerne mache. Ich hätte gerne den Job im Rathaus übernommen, doch der Wähler hat anders entschieden“, gibt sich der Unterlegene fair. Den Sieger wolle er nun an seinen Taten messen: „Ich hoffe, Herr Marwede kann möglichst viel von dem umsetzen, was er angekündigt hat.“ Ob er den Sprung ins Rathaus erneut versuchen möchte? Stefan Kleuker: „Fragen Sie mich in fünf Jahren noch mal.“

VON ANDREAS URHAHN

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