Gemeinde und St.-Remigius-Kirche wollen Elektro-Bürgerbus starten / Ehrenamtliche Fahrer gesucht

Suderburg bald voll unter Strom?

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In Rehburg-Loccum (Landkreis Nienburg) wird bereits seit 1997 ein Bürgerbus von einem Verein betrieben. Nun planen auch die Gemeinde Suderburg und die St.-Remigius-Kirchengemeinde gemeinsam ein solches Angebot, und zwar mit einem Elektrobus.

Suderburg. In Bienenbüttel gibt es ihn bereits, nun will Suderburg nachziehen. Dort soll möglichst schon 2018 ein Bürgerbus mit ehrenamtlichen Fahrern den Betrieb aufnehmen.

Das Besondere daran: Der Bus soll mit Strom betrieben werden, der an der Ladesäule vor der Ostfalia Hochschule gezapft wird. Darauf verständigten sich jetzt die Teilnehmer eines Workshops zum Thema Elektromobilität.

Zahlreiche Vertreter der Gemeinde Suderburg und des Umweltmanagements „Der Grüne Hahn“ der St.-Remigius-Kirchengemeinde hatten sich dazu im örtlichen Pfarrhaus getroffen. Der Workshop war Teil des Win-Win-Projekts von Rathaus und Kirche zur nachhaltigen Quartiers- und Regionalentwicklung, das von der Klosterkammer Hannover und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt fachlich und finanziell unterstützt wird (AZ berichtete).

„Der Bürgerbus ist beschlossene Sache. Er soll im Ringverkehr in allen sieben Ortsteilen der Gemeinde Suderburg fahren“, erklärt Bürgermeister Hans-Hermann Hoff. „Wir wollen damit mehr Lebensqualität schaffen für Leute, die kein Auto haben.“ Geplant ist jeweils eine Tour am Vormittag und am Nachmittag, zum Beispiel zum Einkaufen oder zu Ärzten. Auch Fahrten zu Gottesdiensten und zum Kindergarten können sich die Workshop-Teilnehmer vorstellen. Die Fahrziele, Haltestellen und Fahrpläne stehen aber noch nicht fest, sollen aber mit dem Landkreis als Träger des ÖPNV abgestimmt werden. „Denn wir wollen keine Konkurrenz zum bestehenden Bus-Angebot sein, sondern eine Ergänzung“, betont Hoff.

Als Gefährt haben Kirche und Gemeinde einen barrierefreien Niederflurbus ins Auge gefasst, der Platz für acht Personen und den Fahrer bietet. Über das genaue Fahrzeugmodell wollen die Beteiligten noch entscheiden. Zunächst soll eine Satzung zur Gründung eines Bürgerbus-Vereins entworfen werden, kündigt der Bürgermeister an. „Und dann suchen wir noch Fahrer. Wir brauchen etwa 20 bis 25, die sich jeweils sechs bis zehn Stunden pro Monat ehrenamtlich einbringen“, sagt er.

Zur Finanzierung des Bürgerbusses setzen Hoff und seine Mitstreiter auf Zuschüsse von Bund und Land. Das Oldenburger INEP-Institut für nachhaltiges Energiemanagement, das das Suderburger Projekt wissenschaftlich begleitet, werde sich ab Anfang 2018 bei der Suche nach Fördermitteln einbringen, erläutert Hoff. In den kommenden Wochen wollen die Bürgerbus-Verantwortlichen einen Infoflyer zu ihrem Vorhaben entwickeln und in Suderburg verteilen. Details sollen auf dem nächsten öffentlichen Workshop diskutiert werden, der für Freitag, 13. Oktober, ab 17 Uhr im Pfarrhaus der St.-Remigius-Kirche geplant ist.

Von Bernd Schossadowski

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