Erste geführte Pilztour der Saison in Hösseringen / Martina Borchert begleitet Sammler durch den Wald / Funde werden gemeinsam verspeist

Auf der Suche nach Hexenröhrling und Fetter Henne

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Martina Borchert (rechts) erklärte den Sammlern bei der Wanderung, welche Pilze genießbar und welche giftig sind. Der Birkenpilz in ihrer Hand ist zum Beispiel eine Delikatesse.

Hösseringen. Eine wichtige Mitteilung schickt Martina Borchert gleich vorneweg: Um sein Leben muss an diesem Tag niemand fürchten.

„Auf meinen Pilztouren gab es in all den Jahren keine gesundheitlichen Beschwerden oder Krankenhaus-Aufenthalte wegen Vergiftungen“, versichert die touristische Mitarbeiterin der Samtgemeinde Suderburg den Teilnehmern der Pilzwanderung. Zum ersten Mal in dieser Saison hat Borchert am Sonnabend eine 15-köpfige Gruppe durch den Wald beim Museumsdorf Hösseringen geführt und dabei viel Wissenswertes über Pilze erklärt.

Lino Goldbeck (10) ist stolz auf diese beiden Butterpilze.

Seit mehr als zehn Jahren bietet Borchert diese Touren schon an, doch beim Anblick eines schönen Steinpilzes ist sie noch immer begeistert. Ein zehn Zentimeter großes Exemplar mit dunkelbraunem Hut und cremig-weißem Stiel wächst gleich am Wegesrand. Borchert zückt ihr Smartphone, kniet sich hin und fotografiert den Pilz aus der Nähe. Entdeckt hat ihn Dunja Fries, die mit ihrem Ehemann aus Hamburg angereist ist. „Die Pilzwanderung habe ich ihm zum Geburtstag geschenkt“, erzählt sie und legt den leckeren Steinpilz in ihr Körbchen.

Sammlerglück hat auch Lino Goldbeck aus Hamburg, der zusammen mit seinen Eltern nach Hösseringen gekommen ist. Der Zehnjährige hat zwei prächtige Butterpilze gefunden. „Yes!“, ruft Lino und ballt voller Freude die Boris-Becker-Faust.

Und weiter geht die Wanderung. Hektik ist dabei fehl am Platz. „Pilzsuche ist Entspannung pur“, sagt Borchert. Wer geduldig ist, findet zum Beispiel Hexenröhrlinge. Vom furchterregenden Namen sollte man sich aber nicht täuschen lassen. „Das ist ein ganz schmackhafter Pilz“, betont sie. Das Besondere daran: Der rote Stiel wird nach dem Anschneiden blau.

Hübsch, aber extrem giftig: der Weiße Knollenblätterpilz.

Optisch ansprechend ist auch die Fette Henne, oft Krause Glucke genannt. Sie erinnert wegen ihrer Verzweigungen an einen Badeschwamm – und sie schmeckt einfach köstlich. „Neben Pfifferlingen ist das mein Lieblingspilz“, schwärmt Borchert. Mit der Ausbeute an diesem Tag ist sie zufrieden: „Das war schon ganz gut. Gestern haben wir fast gar nichts gefunden.“ Und so landen am Ende auch etliche Kuhpilze, Maronen und Perlpilze in den Körbchen. Den Weißen Knollenblätterpilz lässt die Gruppe dagegen links liegen: Er ist extrem giftig.

Etwa zwei Stunden dauert die Tour. Anschließend treffen sich die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen im Haus des Gastes, bevor die gesammelten Pilze gemeinsam zu einer leckeren Mahlzeit verarbeitet und verspeist werden. Die nächste Pilztour mit Martina Borchert findet am Donnerstag, 25. September, statt. Treffpunkt ist um 13 Uhr auf dem Parkplatz des Museumsdorfs. Anmeldungen sind möglich unter (0 58 26) 16 16 oder info@suderburgerland.de.

Von Bernd Schossadowski

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