Firma will Neubauten auf Acker errichten / Ausschuss ist geteilter Meinung

Streit um geplante Hallen in Holxen

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Auf dieser Fläche am südöstlichen Rand von Holxen möchte eine Landmaschinenfirma eine neue Maschinenhalle und weitere Gebäude errichten. Der Suderburger Bauausschuss sprach sich jetzt mehrheitlich dafür aus. 

Holxen – Ein Bauvorhaben am südöstlichen Rand von Holxen sorgt für Unruhe im Ort. Die Firma Alfred Scheidel Landmaschinen hat die Änderung des Flächennutzungsplans beantragt, um auf einem Acker eine Maschinenhalle sowie eine neue Werkstatt inklusive Lager- und Verkaufsraum zu errichten.

Im Bauausschuss der Gemeinde Suderburg stießen die Pläne jetzt auf ein geteiltes Echo.

Die beantragte Fläche liegt innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes. Eine Baugenehmigung ist nur möglich, wenn das Areal dort herausgenommen wird. Darüber müsste der Landkreis entscheiden. Sagt dieser Nein, ist das Projekt an dieser Stelle gescheitert. Gibt es aber grünes Licht, müsste der Flächennutzungsplan der Samtgemeinde Suderburg geändert werden. Dann würden auch die Bürger, Behörden und sonstigen Träger öffentlicher Belange beteiligt.

Bei den Zuhörern der Ausschusssitzung stießen der Erweiterungspläne der Firma sowohl auf Zustimmung als auch auf Kritik. „Ich bin nicht begeistert darüber, eine so große Scheune Blech vor die Nase zu kriegen“, sagte Anwohner Michael Rump. Er verwies darauf, dass die Maschinenhalle etwa 42 mal 20 Meter groß werden soll, die Werkstatt 35 mal 20 Meter, das angrenzende Lager 20 mal 12 Meter und der Verkaufsraum 20 mal 20 Meter.

Warum wird dafür in Holxen nicht ein alternativer Standort gesucht? Das wollte Zuhörerin Stephanie Wolter-Osterkamp wissen. „Es war immer eine Lückenbebauung angedacht gewesen. Wir runden damit den Ort ab“, antwortete Firmenchef Andreas Scheidel.

Kritik an den Neubauten übte Zuhörerin Silke Cassier-Rump. Sie warnte davor, dass dadurch das Grundwasser bei Starkregen verunreinigt werden und ein Biotop Schaden nehmen könnte. Durch die Gebäude sei auch mehr Lärm zu erwarten, hieß es. Das sah Scheidel ganz anders. „Wir wollen die Emissionen reduzieren. Bei dieser Gebäudegröße könnten wir bei geschlossenen Toren in der Halle arbeiten“, erklärte er.

Udo Depner, Ausschussvorsitzender (CDU)

Letztlich sprach sich der Ausschuss mit drei Ja-Stimmen, einer Ablehnung und einer Enthaltung dafür aus, dem Projekt keine Steine in den Weg zu legen. „Ich wehre mich dagegen, jetzt schon zu sagen: Hier ist Schluss. Wir müssen alles gemeinsam prüfen“, betonte Udo Depner (CDU).

Hans-Jürgen Drögemüller, Ausschussmitglied (SPD)

Dem pflichtete Hans-Jürgen Drögemüller (SPD) bei. Die Firma wolle sich erweitern und neue Jobs schaffen, das sei ein berechtigter Wunsch. „Für die Zukunft unserer Dörfer ist es wichtig, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Ich werde diesem Vorhaben zustimmen“, sagte er.

Dierk Pellnath, Ausschussmitglied (WSL)

„Bevor hier irgendwas passiert, werden die betroffenen Bürger ins Boot geholt“, so Dierk Pellnath (WSL).

Hans-Hermann Hoff, Ausschussmitglied (Grüne)

Gegen das Bauvorhaben stimmte Hans-Hermann Hoff (Grüne). „Für uns ist das der unglücklichste Standort, den es gibt“, meinte er. „Der gesamte Ort wird erheblich dadurch belastet.“ Einzelbewerber Götz Schimmack (parteilos) rief dazu auf abzuwarten, ob die Fläche überhaupt aus dem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden kann. „Das ist die größte Hürde“, sagte er. Alle anderen Fragen könnten danach geklärt werden.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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