Freude bei Anbauern in Wichtenbeck und Langenbrügge

Spargelernte im Landkreis Uelzen hat begonnen

Landwirt Hinrich Niemann kniet auf seinem Feld in Wichtenbeck und hält mehrere Stangen Spargel in die Kamera.
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Landwirt Hinrich Niemann aus Wichtenbeck freut sich, dass die Spargelernte auf seinen Feldern begonnen hat.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Die Spargelernte im Landkreis Uelzen hat begonnen. Wegen der kühlen Witterung wird das „königliche Gemüse“ aber etwas später als in den vergangenen Jahren gestochen - sowohl bei Hinrich Niemann in Wichtenbeck als auch bei Oliver Brink in Langenbrügge.

Wichtenbeck/Langenbrügge – Die Lufttemperatur beträgt sechs Grad, ein eisiger Wind fegt am Freitagvormittag über das Spargelfeld in Wichtenbeck. Doch als Landwirt Hinrich Niemann die schützende Folie von einem der Spargeldämme entfernt, schlägt ihm mollige Wärme entgegen. 20,2 Grad zeigt das digitale Thermometer – gute Bedingungen fürs Spargelwachstum. Jetzt hat bei Niemann, aber auch bei Oliver Brink in Langenbrügge die Spargelernte begonnen, die ersten Stangen lugen aus den Dämmen hervor.

„So ein Folientunnel bringt enorm was“, sagt Niemann. „Darunter kann es locker mal 35 oder 40 Grad werden.“ Ohne Folie würde das „königliche Gemüse“ nicht so gut wachsen. Dafür war es zuletzt zu kalt. „In den vergangenen Jahren wurden wir durch einen extrem frühen Erntebeginn verwöhnt. Jetzt geht es halt ein bisschen später los“, erklärt Niemann.

Grüner Spargel wird immer beliebter

Die Qualität des Spargels sei „top“, verrät er. „Wir haben ihn neulich mit der Familie gegessen. Er hat einen superguten Geschmack und ist ganz zart.“ Der Preis liegt aktuell bei 14,90 Euro pro Kilo. Auf etwa drei Prozent von Niemanns Anbaufläche wächst grüner Spargel, der Rest entfällt auf weißen. Der Wichtenbecker mag beide Sorten gerne. „Der Grünspargel ist etwas herzhafter. Und er wird immer beliebter.“

16 polnische und sechs bulgarische Erntehelfer kümmern sich aktuell um Niemanns Spargel. Sie durften nur mit negativem Corona-Test einreisen. Danach mussten sie 14 Tage in Arbeitsquarantäne gehen, durften außerhalb ihres Jobs keinen Kontakt zu anderen Leuten haben. Um das Ansteckungsrisiko zu reduzieren, sind die Erntehelfer in kleinen Wohngruppen von jeweils vier Personen untergebracht. Einmal pro Woche wird ein Corona-Schnelltest gemacht.

Noch keine großen Erntemengen verzeichnet Spargelbauer Oliver Brink aus Langenbrügge. „Durch die kühle Witterung hat die Ernte ungefähr zehn Tage verspätet begonnen“, berichtet er. Doch bis Mai werde sie schrittweise in Gang kommen, ist er überzeugt. Auch der Langenbrügger nutzt Folien, um das Wachstum zu beflügeln. Ab Sonnabend, 24. April, wird es erstmals Spargel an Brinks Verkaufsständen im Landkreis Uelzen geben. Den Preis in der ersten Woche beziffert er auf zehn bis zwölf Euro pro Kilo.

Erntehelfer kommen aus Bulgarien

Auch Brink ist von der Qualität des Spargels angetan. „Er ist zuckersüß, wie eine Stange Honig“, schwärmt der Landwirt. Auf rund 20 Prozent seiner Anbaufläche wächst grüner Spargel, mit steigender Tendenz. „Die Deutschen finden langsam Geschmack daran“, hat er festgestellt.

Etwa 35 Erntehelfer aus Bulgarien unterstützen Brink derzeit. Viele von ihnen kommen schon seit mehr als 15 Jahren zur Spargelernte. „Sie sind erfahren und organisiert. Und sie wissen, dass wegen der Corona-Pandemie alles sehr diszipliniert vollzogen werden muss“, betont Brink und lobt seine Erntehelfer: „Es ist absolut vorbildlich, wie sie sich verhalten.“

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