Königliches Gemüse möglicherweise schon ab Mitte März

Spargelbauern im Landkreis Uelzen hoffen auf baldigen Erntebeginn

Landwirt Hinrich Niemann hält auf seinem Feld bei Wichtenbeck mehrere Spargelstangen in der Hand.
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Landwirt Hinrich Niemann aus Wichtenbeck, hier ein Foto aus den Vorjahren, glaubt, dass der erste Spargel in der Region möglicherweise schon ab Mitte März geerntet wird.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Wann beginnt die Ernte des königlichen Gemüses? Diese Frage stellen sich Spargel-Liebhaber jedes Frühjahr. Die beiden Spargelbauern aus dem Uelzener Südkreis hoffen auf einen baldigen Erntebeginn. Doch beim erwarteten Zeitpunkt gehen zwischen Hinrich Niemann aus Wichtenbeck und Oliver Brink aus Langenbrügge die Meinungen auseinander.

Wichtenbeck/Langenbrügge – Nach den frühlingshaften Temperaturen ab Mitte Februar bereiten sich die Spargelbauern in Niedersachsen auf den Erntebeginn vor. „Den ersten Spargel wird es Mitte bis Ende März geben“, glaubt Fred Eickhorst, Vorstandssprecher der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, aus Sandhatten (Kreis Oldenburg). Derzeit sind in vielen Teilen des Landes die Spargeldämme von Folien überspannt, um das Wachstum zu beschleunigen.

„Spargel braucht einen Kältereiz“, schildert Hinrich Niemann, Landwirt aus Wichtenbeck. Dann treibe das Edelgemüse besonders gut aus. Die frostigen Temperaturen und die Schneedecke im Februar hätten genau diesen Kältereiz gegeben, erklärt der Spargelanbauer. Danach sei ab Mitte des Monats die Wärme hinzugekommen. „Daher glaube ich, dass es in diesem Jahr recht früh mit der Ernte losgehen wird“, sagt Niemann. Auch er rechnet mit einem Erntebeginn zwischen Ende März und Anfang April.

Der Spargel ist „noch tief im Schlaf“

Skeptischer sieht das Oliver Brink, Spargelanbauer aus Langenbrügge. „Wenn das Wetter so warm geblieben wäre wie in den vergangenen Wochen, hätten wir vielleicht zu Ostern eine Chance auf Spargel gehabt“, sagt er im AZ-Gespräch. Aber die deutliche Abkühlung seit Ende Februar hemme das Wachstum des Spargels. „Der ist noch tief im Schlaf“, berichtet der Langenbrügger.

Er rechnet nicht damit, dass es bei ihm vor der zweiten April-Woche – und somit auch noch nicht an Ostern – nennenswerte Verkaufsmengen gibt. „Aber wer weiß, der Spargel hat uns des Öfteren schon überrascht“, meint Brink. Der anhaltende Sonnenschein in dieser Woche sei zwar gut für den Spargel. „Aber der Boden ist noch so kalt, und es sind weiterhin Nachtfröste angesagt.“

Ohnehin gebe es in Niedersachsen sehr unterschiedliche Bedingungen für den Spargelanbau. Die Böden im Raum Vechta oder Nienburg seien deutlich wärmer als der Heideboden in der Region Uelzen, erläutert Brink. Und dann stelle sich noch die Frage, ob andere Anbauer ihre Spargeldämme beheizen, zum Beispiel durch die Abwärme einer Biogasanlage. Das führe zu einer früheren Ernte, so Brink.

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