Suderburger Politik ringt um Wohnraum für Asylbewerber / Vermietung am Tannrähmsweg rückt näher

Schwierige Suche nach Unterkünften

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Dieses Haus an der Holxer Straße in Suderburg wird vorerst keine Asylbewerber-Unterkunft. Der Landkreis Uelzen winkt ab.

Suderburg. Die Bemühungen des Landkreises Uelzen, geeignete Unterkünfte für eine größere Asylbewerberzahl in Suderburg zu finden, waren bislang erfolglos. Auch der Bauausschuss der Gemeinde hat vorerst keine Lösung gefunden.

Er empfahl jetzt, drei unbebaute Grundstücke im Zentrum von Suderburg, die der Gemeinde gehören, nicht für den Bau von Asylbewerberheimen oder Wohncontainern zu verkaufen.

Diese Immobilie am Tannrähmsweg könnte bald an den Landkreis vermietet werden. Der Vertrag rückt in greifbare Nähe.

Sammelunterkünfte in dieser zentralen Lage lassen sich nicht gut in das Ortsbild integrieren, meinte der Ausschuss auf seiner jüngsten Sitzung. „Außerdem will man sich die weitere Entwicklung im Ortskern nicht verbauen“, sagt Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje im AZ-Gespräch. Die drei genannten Flächen könnten nämlich einmal von der Ostfalia Hochschule für eine mögliche Erweiterung genutzt werden. Diese Option will der Ausschuss offen halten.

Hinzu kommt, dass es in Suderburg zwar zahlreiche unbebaute Privatgrundstücke gibt, die Besitzer sie aber nicht an die Gemeinde verkaufen wollen. Die Folge: „Suderburg hat als Grundzentrum zurzeit keinen Leerstand, der am Markt angeboten werden kann“, erklärt Lilje.

Auch die gemeindeeigene Immobilie an der Holxer Straße, in der sich Räume der Feuerwehr und zwei jeweils rund 100 Quadratmeter große, leer stehende Wohnungen befinden, lässt sich nicht für die Unterbringung von Flüchtlingen nutzen. Der Grund: Der Landkreis will das etwa 100 Jahre alte ehemalige Schulgebäude, weder kaufen noch mieten, teilt Lilje mit.

Die Hoffnungen der Kreisverwaltung ruhen jetzt auf einem zweiten politischen Gremium: dem Bau-, Wege- und Umweltausschuss der Samtgemeinde Suderburg. Dieser tagt am Dienstag, 28. April, ab 16 Uhr öffentlich im Rathaus und diskutiert darüber, ob ein Wohnhaus am Tannrähmsweg an den Landkreis vermietet werden soll.

Wie berichtet, lebt in dieser Samtgemeinde-Immobilie erst ein Asylbewerber. Weitere Flüchtlinge könnten in den drei bestehenden Wohnungen, die eine Gesamtfläche von etwa 224 Quadratmetern haben, untergebracht werden. „Das dürfte ein Selbstgänger sein“, meint Lilje mit Blick auf das Ausschuss-Votum. Die Beschlussvorlage der Verwaltung sieht einen Mietvertrag zwischen Samtgemeinde und Landkreis über zwei Jahre bei einem Mietpreis von 3,75 Euro pro Quadratmeter vor. „Durch die akzeptierte Mietzeit wäre auch ein Austausch der Heizungsanlage gedeckt“, erläutert Lilje die Finanzierung. Darüber hinaus biete das fast 2000 Quadratmeter große Grundstück die Möglichkeit, dort weitere Unterkünfte für Asylsuchende zu errichten.

Von Bernd Schossadowski

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