Bürgerinitiative Suderburgerland übergibt neuem Bürgermeister Thomas Schulz ihre Forderungen

Schon jetzt 280 Züge am Tag

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Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz (links) lernt am Tag seiner Vereidigung die wahren Sorgen der Bürger kennen: Michael Gaede-Kelle (Mitte) und Eberhard Lindloff überreichen ihm ein Protestkreuz der BI Suderburgerland.

Suderburg. Schon am Tag seiner Vereidigung erfährt Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz, was die Bürger in der Samtgemeinde Suderburg wirklich bewegt.

Am Donnerstagabend überreichen ihm Michael Gaede-Kelle und Eberhard Lindloff von der Bürgerinitiative Suderburgerland während der Samtgemeinderatssitzung in Suderburg das Protestzeichen, ein Kreuz mit einem roten Balken und stilisierten Schienen, wie es schon an vielen Stellen im Gemeindegebiet zu sehen ist – überall dort, wo eine der Trassenvarianten der Deutschen Bahn für die sogenannte Y-Trasse verläuft.

Die Übergabe ist verbunden mit der Forderung, dass der Samtgemeinderat seine Resolution zurücknimmt, in der er – wie die Gremien anderer Kommunen – von der Bahn fordert, statt der Y-Trasse die bestehende Strecke auszubauen. „Den Anwohnern der an der Bestandsstrecke liegenden Ortschaften Klein Süstedt, Hamerstorf, Suderburg und Räber kann eine Mehrbelastung und damit einhergehende Einbuße der Wohn- und Lebensqualität nicht zugemutet werden“, heißt es in einem Schreiben der Vorstandsmitglieder an Schulz.

Immerhin, rechnet die BI vor, fahren schon jetzt täglich 280 Züge auf der 150 Jahre alten Strecke, davon zur Hälfe Güterzüge, die nachts verkehren. Eine Verdoppelung der Zugfolge bringe zusätzlichen Lärm und Bodenerschütterungen. Auch weitere Gefahrenstoffe würden dann durch die Dörfer rollen.

Die Bürger bringen stattdessen weiträumige Alternativrouten ins Spiel. So könne man das Güteraufkommen aus Bremen und vom Tiefseewasserhafen Jade-Weser-Port über einen sogenannten Westkorridor ableiten. Die gewählten Vertreter sollten den Rat unabhängiger Experten einzuholen.

Mit der Forderung, die Resolution zurückzunehmen, tun sich die Politiker allerdings schwer. „Wir können nicht alle vier Wochen eine neue Resolution verabschieden“, meint CDU-Fraktionsvorsitzender Wilhelm Schröder. Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff räumt ein: „Im Sommer haben wir die Resolution verfasst zur Bestandsstrecke. Zwischendurch hat sich viel getan.“

Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz kündigte an, er wolle alle betroffenen Bürgerinitiativen einbeziehen. Und er verweist darauf, dass schon sein Vorgänger Friedhelm Schulz die Bundestagsabgeordneten um ein Gespräch gebeten habe. Zweifel, ob der CDU-Bundestagsabgeordnete Henning Otte den Widerstand tatsächlich unterstützt, äußert BI-Vorstandsmitglied Doris Kelle. Dieser dürfe sich nicht auf Forderungen an die Bahn zurückziehen: „Es ist nicht die Bahn, das ist der Bundestag, also er selbst, der über die Trasse abstimmt.“ Auch ob er nur eine Gütertrasse ablehne, sei offen. Für den Abgeordneten spricht Wilhelm Schröder: „Otte ist eindeutig gegen jeden Streckenbau im Landkreis Uelzen.“

Von Gerhard Sternitzke

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