13 Schafe in 14 Tagen

Wolf reißt Tiere bei Suderburger Schäfer Karl-Heinz Jahnke

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Von einem der gerissenen Schafe auf der Weide von Karl-Heinz Jahnke blieben nur noch Knochen und Fell. 

Suderburg – 13 Schafe hat Schäfer Karl-Heinz Jahnke innerhalb von 14 Tagen verloren, vermutlich vom Wolf gerissen. Am Donnerstag waren es fünf. „Ich kann nachts nicht mehr schlafen.

Wenn die Schafe blöken, denke ich sofort, dass der Wolf kommt“, sagt der Berufsschäfer. Seit dem Frühjahr hat er immer wieder Tiere verloren. Im Februar und März wurden Lämmer gerissen, die laut Jahnke inzwischen als Wolfsrisse anerkannt sind.

„Ich finde, dass der Wolf ein faszinierendes Tier ist. Aber die Frage muss doch sein, ob wir ihn in so großer Zahl hier brauchen“, sagt Jahnke. Wenn die Wolfspopulation größer werde, steige auch gleichzeitig ihr Nahrungsbedarf, so sei es doch auch bei seinen Schafen. „Ein Wolf ein Schaf, fünf Wölfe fünf Schafe, das ist doch logisch“, sagt Jahnke.

Er wisse inzwischen nicht mehr, ob sich der Aufwand als Berufsschäfer noch lohne. Für die Wolle gebe es kaum noch Geld und die Kosten würden immer mehr steigen. Zwar würden die wolfssicheren Zäune inzwischen zu 100 Prozent bezahlt, aber die Wartezeit betrage sechs Monate, bis das Geld fließt. „Das nützt meinen Tieren jetzt nichts“, sagt Jahnke.

Wolfsberater Theo Grüntjens bestätigt auf AZ-Nachfrage, dass es einen wolfstypischen Riss von Schafen gegeben hat. Um wirklich sicher zu sein, müsse man die DNA-Probe abwarten. „Die fünf gerissenen Tiere waren auf einer ungesicherten Weide“, erklärt er. Diese Situation sei eine Einladung für das Raubtier. „Wenn es der Wolf war, hat er jetzt wieder gelernt, wie einfach es ist, an ungeschützte Schafe zu kommen“, sagt Grüntjens. Herdenschutz sei das A und O im Umgang mit dem Wolf.

VON LARS LOHMANN

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