Mutmaßlicher Wolfsriss überschattet Landeswettbewerb im Hüten

300 Schafe, Preisrichter und ein Thema

Gut eine Stunde hatten Schäfer wie Verena Jahnke sowie Hütehunde ihr Können unter Beweis zu stellen. Preisrichter bewerteten die Hüteleistung und das Verhalten der Hunde.
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Gut eine Stunde hatten Schäfer wie Verena Jahnke sowie Hütehunde ihr Können unter Beweis zu stellen. Preisrichter bewerteten die Hüteleistung und das Verhalten der Hunde.

Eimke – 300 Schafe, Hunde, Preisrichter und ein Thema: Beim Landeswettbewerb im Hüten von Schafen am Wochenende in Eimke beschäftigten Wolfrisse die Teilnehmer – auch aus Aktualität: „Nur 400 Meter vom Veranstaltungsort entfernt haben wir am Freitagmorgen drei tote Schafe aufgefunden.

Auch wenn ein Auto entgegenkommt, muss die Herde zusammenbleiben.

Der Spurenlage nach handelte es sich um einen Riss von einem oder auch zwei Wölfen, trotz Schutzzaun und zwei Herdenhunden“, so Schäfer Gerd Jahnke von der Eimker Glockenbergsschäferei. .

Ein Wolfsberater war noch am Freitag vor Ort. Er hat DNA-Spuren genommen, mit denen abschließend geklärt wird, ob Wölfe die Schafe getötet haben. Der mutmaßliche Wolfriss sorgte unter den am Wettbewerb teilnehmenden Schäfern für reichlich Diskussionsstoff. Und Gerd Jahnke sagte: „Das hat uns bei den Vorbereitungen zum Hütewettbewerb ganz schön zurückgeworfen.“

Stattfinden konnte der Wettbewerb aber: Mit einem oder auch zwei Hunden hatten die Schäfer die rund 300 starke Heidschnuckenherde über das Hütegelände zu führen. Bewertet wurden von zwei Preisrichtern die Hüteleistung und das Verhalten der Hunde.

Eine Hütevorgang dauerte rund eine Stunde. Schäfer und Hund führten die Herde zunächst aus dem Pferch und trieben sie unter anderem auf einer Straße zum Weidegelände, das aus einem engen und einem weiten Gehüt bestand.

Bei der kleineren Fläche hatte der Hund die Herde zusammenzuhalten, auf der größeren Fläche zeigte der Hund den Schafen die äußeren Grenzen an, die nicht überschritten werden durften. Zurück zum Einpferchen waren eine imaginäre Brücke zu überqueren und das Entgegenkommen und Überholen von einem Pkw auf der Straße zu beachten.

„Vom Hund werden Selbstständigkeit, Fleiß und Gehorsam verlangt“, führte Gerd Jahnke aus. „Er muss die Einhaltung der natürlichen Grenzen erkennen, sich der Herde stellen und sich Respekt verschaffen können.“

Und natürlich müssen auch die Schafe „mitspielen“. Beim ersten Durchgang sind sie noch aufgeregt, gewöhnen sich dann aber an den Ablauf und werden dann am zweiten Tag vielleicht auch lustlos. Die Reihenfolge der Hüter wurde daher vor Beginn des Hütens ausgelost.

In einem Vortrag zur Situation der Weidetierhaltung erklärte der Vorsitzende des Fördervereins der Deutschen Schafhaltung, Wendelin Schmücker, am Samstagabend, dass die Zukunft der Weidetierhalter nur gesichert werden könne, wenn der Umgang mit dem Wolf geändert werde. Er forderte eine Bestandsregulierung und die Aufnahme des Raubtieres in das Bundesjagdgesetz.

Am Sonntagnachmittag fanden auf Einladung der „Bürgerinitiative für wolfsfreie Dörfer“ zudem eine Mahnwache und eine Diskussionsrunde mit verschiedenen Rednern zum Thema Wolf statt (ausführlicher AZ-Bericht dazu und zur Siegerehrung des Wettbewerbs folgt). VON ULRICH BLEUEL

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