Kreis plant weitere Boden- und Wasserproben in Barnsen

Schadstoffen auf der Spur: Flugplatz Barnsen wird erneut untersucht

+
1999 wurden auf dem Flugplatz in Barnsen Bauschutt und Bahnschotter eingebaut. Sind diese Materialen mit Schadstoffen belastet und stellen eine Gefahr fürs Trinkwasser dar? Darüber streiten sich Bürger und der Landkreis.

Barnsen – Besteht durch den 1999 erfolgten Einbau von Bauschutt und Bahnschotter auf dem Flugplatz in Barnsen eine Gefahr für das Trinkwasser der Stadt Uelzen? Über diese Frage sind sich Bürger aus Barnsen und der Landkreis als Eigentümer des Flugplatzes weiterhin nicht einig.

2018 hatte ein Gutachter auf der Fläche, die in einem Wasserschutzgebiet liegt, zum Teil stark erhöhte Schwermetall-Werte im Boden und im Stauwasser nachgewiesen (AZ berichtete). Jetzt hat die Kreispolitik beschlossen, 40 000 Euro in den Haushalt einzustellen, um weitere Untersuchungen auf dem Flugplatzgelände vorzunehmen. .

Die von der Professor Burmeier Ingenieurgesellschaft (BIG) erstellte Expertise sei nur eine „orientierende Untersuchung“ gewesen, erklärt Tobias Linke, Bau- und Umweltdezernent des Landkreises Uelzen, auf AZ-Anfrage. Die BIG sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Ablagerungen, die unter einer Sicherheitsfläche am Ende der Landebahn verbaut wurden, keine Gefährdung für das Trinkwasser darstellen.

„So eine Analyse kann aber zwangsläufig nicht abschließend sein. Wir werden deshalb eine ergänzende Untersuchung in Auftrag geben“, sagt Linke. Das Ziel sei, „die Verlässlichkeit der Aussage noch zu erhöhen“. Er gehe davon aus, dass die Ergebnisse der früheren Expertise untermauert werden.

Linke gibt jedoch zu, dass eine von neun genommenen Proben auf dem Flugplatz erhöhte Schwermetall-Konzentrationen aufwies. So wurden unter anderem bei Kupfer, Zink und Chrom die Schwellenwerte deutlich überschritten, ebenso beim Pflanzenschutzmittel Ethidimuron. Diese Probe sei aber ein „Ausreißer“ gewesen, sagt Linke. Zudem seien die gefundenen Schwermetalle nicht mobil, sondern im Boden gebunden. Somit sei das Grundwasser nicht gefährdet.

Der Landkreis werde die geplante Untersuchung von Boden und Wasser jetzt öffentlich ausschreiben. Danach werde ein Fachgutachter ausgewählt. Die Arbeiten sollen laut Linke im ersten Halbjahr 2020 erfolgen.

Zu den schärfsten Kritikern der Ablagerungen auf dem Flugplatz zählen Wolfgang Hahnemann (SPD) und Hermann Meyer (FWG), Mitglieder des Gerdauer Gemeinderates. Sie bezeichnen den Einbau von mehreren tausend Tonnen Bauschutt und Bahnschotter als „Umweltsauerei“. Und sie haben eine klare Meinung: „Wir hoffen, dass die verantwortlichen Politiker jetzt aufgewacht sind und für eine Entfernung des Bahnschotters sorgen“, sagt Hahnemann. Es gehe darum, dass die Uelzener „auch in naher und ferner Zukunft unbelastetes Trinkwasser trinken können“. Dem pflichtet Meyer bei. Notfalls müsse der belastete Boden wieder ausgekoffert werden. „Das Zeug muss hier raus“, fordert er.

Die Entscheidung der Kreispolitik, 40 000 Euro für das neue Gutachten in den Haushalt einzustellen, sei aber keine unmittelbare Reaktion auf Hahnemanns und Meyers jüngst geäußerte Kritik, betont Dezernent Linke: „Wir sind schon seit 2017 an dem Thema dran. Zuletzt haben wir im September dieses Jahres mit den Stadtwerken Uelzen über eine ergänzende Untersuchung beraten.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare