Zweigeschossiges Gebäude geht nicht ins Eigentum der Gemeinde Gerdau über

Eindeutiges Ratsvotum: Samtgemeinde behält Grundschule

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In diesem leerstehenden Teil der Grundschule Gerdau will die Gemeinde Räume nutzen. Der Trakt soll aber nicht ins Gemeinde-Eigentum übergehen, beschloss jetzt der Samtgemeinderat.

Gerdau/Suderburg. Die Samtgemeinde Suderburg wird den zweigeschossigen Trakt der Grundschule Gerdau vorerst nicht ins Eigentum der dortigen Gemeinde rückübertragen. Das hat jetzt der Samtgemeinderat beschlossen.

Stattdessen soll der Gemeinde Gerdau durch den Abschluss eines Nutzungsvertrages ermöglicht werden, Räume in dem leerstehenden Gebäude zu pachten. Wie berichtet, soll dort eine Versammlungsstätte für Vereine und Verbände geschaffen werden.

Der Samtgemeinderat entschied damit anders als der Gerdauer Rat. Dieser hatte sich zuvor mit den Stimmen der CDU-Mehrheitsfraktion für die Rückübertragung des doppelgeschossigen Schultrakts ausgesprochen. Trotzdem ließen die Samtgemeindepolitiker für dieses Vorhaben eine Hintertür offen: Sollte sich nach einer Prüfung herausstellen, dass eine Teilung des Schulgebäudes zwischen den beiden Kommunen planungsrechtlich möglich ist, will der Samtgemeinderat erneut über eine Rückübertragung diskutieren.

Stefan Kleuker

Für die Übernahme dieses Gebäudeteils durch die Gemeinde warb Gerdaus Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU). „Wir haben ein riesengroßes Interesse, die bestehende Infrastruktur zu erhalten“, sagte er. Nach der Schließung von Gaststätten gebe es kaum noch geeignete Versammlungsorte in der Gemeinde. Langfristig sei geplant, den zweigeschossigen Schultrakt energetisch zu sanieren. Das sei eventuell aber nur möglich, wenn sich dieser im Eigentum der Gemeinde befinde. Ganz deutlich bekannte sich Kleuker zum Fortbestand der Grundschule Gerdau, die derzeit im Altbau untergebracht ist. „Der Schulbetrieb hat für uns allerhöchste Priorität. Den Erhalt werden wir nie infrage stellen“, versicherte er.

Auch Hans-Hermann Hoff (Grüne) plädierte für eine Rückübertragung. „Die Samtgemeinde wird das Gebäude in dieser Größenordnung nie wieder brauchen“, meinte er. Allerdings sah er auch die Ungewissheit, ob eine Gebäudeteilung rechtlich möglich ist. Jörg Hillmer (CDU) sprach von einem sinnvollen Nutzungskonzept der Gemeinde. Die Rückübertragung sei „der konsequente nächste Schritt“.

Ganz anders sah das Dierk Pellnath (WSL). Eine Nutzung von Räumen durch die Gemeinde Gerdau sei in Ordnung, nicht aber die Übergabe des Gebäudes in deren Eigentum. „Federführend ist die Samtgemeinde und nicht die Gemeinde“, betonte er. Dem pflichtete Ulrich Mietzner (SPD) bei. „Ich erkenne den Sinn nicht. Das ist Samtgemeinde-Eigentum“, sagte er.

Letztlich beschloss der Samtgemeinderat einstimmig, einen Nutzungsvertrag mit der Gemeinde Gerdau abzuschließen. Für eine mögliche Rückübertragung des Schultrakts zu einem späteren Zeitpunkt votierten außerdem 16 Ratsmitglieder. Pellnath und Mietzner stimmten als Einzige dagegen.

Von Bernd Schossadowski

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