Elektrofahrzeug derzeit nicht lieferbar / Kontroverse im Trägerverein: Vorsitzender tritt zurück

Rückschlag für Bürgerbus-Pläne

+
Einen Kleinbus mit Elektroantrieb – hier ein Symbolbild aus dem baden-württembergischen Ebersbach an der Fils – wollte der Verein „Bürgerbus Suderburg“ in Betrieb nehmen. Doch wegen Lieferengpässen der Firmen soll nun zunächst ein Dieselbus starten.

Suderburg. Die Fahrpläne und die Routen stehen bereits fest, etwa 20 ehrenamtliche Fahrer haben sich gemeldet. Doch das Wichtigste fehlt noch, damit in der Gemeinde Suderburg ein Bürgerbus starten kann.

Die Herstellerfirmen können kurzfristig keinen barrierefreien Kleinbus mit Elektroantrieb liefern. „Das ist wirklich sehr bedauerlich“, sagt Günther Schröder vom „Grünen Hahn“, dem Umweltmanagement der Suderburger St. -Remigius-Kirchengemeinde.

Auch Bürgermeister Hans-Hermann Hoff (Grüne) ist darüber enttäuscht. Und er verrät: Im Trägerverein „Bürgerbus Suderburg“ habe dies „zu Irritationen und bei einigen auch zu einer Demotivierung geführt, da im Sinne der Bewahrung der Schöpfung ein schadstoffarmes Auto eingesetzt werden sollte.“

So hat der erst im November 2017 gewählt Vorsitzende Bernd Heumüller sein Amt kürzlich aus Verärgerung niedergelegt und ist aus dem Verein ausgetreten. Heumüller hatte sich dafür stark gemacht, zügig einen Bürgerbus einzurichten, um die Mobilität der Menschen im ländlichen Raum zu verbessern. Teile des Vereins waren jedoch dafür, noch zwei bis drei Jahre zu warten, bis ein Elektro-Kleinbus zur Verfügung steht.

„Wir haben dann eine Mitgliederbefragung gestartet“, berichtet Günther Schröder. „Die Mehrheit war dafür, den Bürgerbus rasch einzuführen.“ Der vielfach geäußerte Wunsch der Bürger, problemloser zu Ärzten und Einkaufsmärkten zu gelangen, habe Vorrang vor der ursprünglichen Idee, mit einen Elektrobus Kohlendioxid einzusparen, erklärt Schröder. Die nun getroffene Entscheidung, zunächst mit einen Dieselbus zu starten und nicht auf ein Elektromodell zu warten, entspreche Heumüllers Forderung. Doch da hatte dieser seinen Rücktritt schon erklärt. Zum neuen Vorsitzenden wählte der Verein Rüdiger Biernath.

Um sein Vorhaben umsetzen zu können, muss der 2017 gegründete und inzwischen knapp 20 Mitglieder zählende Verein nicht nur ein Fahrzeug beschaffen. Es gilt auch einen Finanzierungsplan aufzustellen. „Das ist die entscheidende Frage“, sagt Schröder, der auf einen Start des Bürgerbusses im Jahr 2019 hofft. „Erste Angebote für einen Dieselbus liegen vor. Der Fahrplan muss dann noch mit dem Busunternehmen Haller abgestimmt werden.“ Denn das neue Angebot solle keine Konkurrenz, sondern eine Ergänzung zum bestehenden ÖPNV sein.

Um Rückhalt für ihre Arbeit zu finden, werden die Bürgerbus-Initiatoren demnächst ein Infoblatt an alle Haushalte in der Gemeinde verteilen. Wer dem Verein beitreten oder sich als Fahrer melden möchte, kann sich an Günther Schröder unter (0 58 26) 1775 oder (01 51) 50 51 63 44 wenden. „Ohne einen größeren Rückhalt in der Bevölkerung wird es schwer werden, die Arbeit engagiert fortzusetzen“, appelliert Hans-Hermann Hoff an die Bürger.

Von Bernd Schossadowski

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare