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Rheinmetall errichtet in Unterlüß und Hermannsburg moderne Rechenzentren

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Von: Bernd Schossadowski

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Module in der Schwebe: Rheinmetall baut Rechenzentrum in Unterlüß
Module in der Schwebe: Rheinmetall baut Rechenzentrum in Unterlüß © Schossadowski, Bernd

Der Rüstungs- und Technologiekonzern Rheinmetall errichtet am Standort Unterlüß (Landkreis Celle) derzeit ein modernes Rechenzentrum für höchste IT-Sicherheit. Gestern wurde das Richtfest des Modulbaus gefeiert. Ein zweites Rechenzentrum plant Rheinmetall im nahegelegenen Hermannsburg.

Unterlüß – „Rechenzentrum to go“, steht in weißer Schrift auf dem grauen Schild, das an einem neuen Gebäude des Rüstungs- und Technologiekonzerns Rheinmetall in Unterlüß (Landkreis Celle) angebracht ist. Doch „to go“, also zum Mitnehmen, ist der Neubau auf dem Firmengelände natürlich nicht gedacht. Vielmehr soll er dem Konzern dauerhaft als Herzkammer höchster IT-Sicherheit dienen. „Wir investieren hier in das Tor zur digitalen Welt“, sagt Volker Schwarz, Chief Information Officer der Rheinmetall AG, beim gestrigen Richtfest für den eingeschossigen Modulbau.

In diesem wird Rheinmetall künftig sein zentrales, konzernweites Rechenzentrum betreiben. Das Hochsicherheits-Datencenter wird Platz für mehrere tausend Server und Netzwerkkomponenten bieten. Ein zweites Rechenzentrum will das Unternehmen am Ortsrand von Hermannsburg errichten, etwa 15 Kilometer von Unterlüß entfernt. Die Gesamtkosten für beide Gebäude inklusive der IT-Infrastruktur liegen „im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionenbereich“, erklärt Jan-Phillipp Weisswange, Referent für Öffentlichkeitsarbeit des Konzerns, auf AZ-Anfrage.

Mit diesem Projekt wolle Rheinmetall vollständig autonome IT-Strukturen schaffen, erklärt Schwarz. „Wir wollen jederzeit wissen, wo unsere Daten und die unserer Kunden sind.“ Bei beiden Rechenzentren liegt der Fokus nach Konzernangaben auf maximaler Energie-Effizienz. Dazu gehören ein reduzierter Energieverbrauch, eine klimafreundliche und nachhaltige Kühlung sowie eine gut ausgelastete Technik.

Die Inbetriebnahme des Rechenzentrums am Standort Unterlüß sei für Ende dieses Jahres geplant, kündigt Schwarz an. Das Pendant in Hermannsburg solle Ende des ersten Quartals 2023 ans Netz gehen. „Im ersten Schritt werden hier in Unterlüß ein 350 Quadratmeter großes Gebäude und 250 Quadratmeter Außenflächen geschaffen“, erläutert Schwarz. Um dem wachsenden Bedarf in der Zukunft gerecht zu werden, könne der Neubau durch zusätzliche Module erweitert werden.

Sollte tatsächlich einmal die öffentliche Stromversorgung ausfallen, stehe Rheinmetall ein Dieselgenerator zur Verfügung, der den Standort – und somit das Rechenzentrum – für 48 Stunden autark versorgen könne, berichtet Schwarz. „Dafür werden wir hier 10 000 Liter Diesel bevorraten.“ Mithilfe von Lithium-Ionen-Batterien modernster Art könnten acht Minuten ohne Strom überbrückt werden, in denen der Generator hochgefahren werde. „Wir tun hier für die IT von Rheinmetall und den Konzern wegweisende Dinge“, fasst Schwarz das Millionenprojekt zusammen.

Das bestätigt Katharina Ebeling, Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide. „Das ist wirkliche eine bedeutsame Investition in die Zukunft“, sagt sie in ihrer Ansprache beim Richtfest. Auch die Kommune werde davon profitieren, denn Rheinmetall habe angekündigt, zusätzliche Arbeitsplätze in beiden Rechenzentren zu schaffen.

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