Ehrenamtliche wollen alten Schafstall in der Ellerndorfer Heide neu aufbauen

Rettung für ein Kleinod von 1756

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Götz Schimmack (rechts), Vorsitzender des Vereins zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide, und der ehemalige Kreisarchäologe Dr. Horst Löbert stehen vor dem alten Schafstall, der bei Ellerndorf neu aufgebaut werden soll.

Ellerndorf – Zwischenzeitlich wurde es als Lager für einen alten Ackerwagen, Holzbalken und Gerümpel genutzt. Doch das Gebäude am Ortsrand von Linden war 1756 zu einem ganz anderen Zweck errichtet worden.

Es diente ursprünglich als Außenschafstall, in dem die Tiere während des Sommers untergebracht waren. Dieses historische Kleinod vor dem Verfall zu retten, hat sich der Verein zur Erhaltung der Ellerndorfer Wacholderheide vorgenommen.

Eine Entscheidung des Eimker Gemeinderates beflügelt das Projekt maßgeblich. Einstimmig beschlossen die Politiker jetzt, dem Verein 18 000 Euro als zinsloses Zwischenfinanzierungsdarlehen zu gewähren, damit dieser mit dem Wiederaufbau des etwa 85 Quadratmeter großen Stalls beginnen kann. Dieser soll in Linden abgetragen, grundlegend erneuert und am Parkplatz neben der Heidefläche bei Ellerndorf als Schutzhütte mit Infotafeln neu errichtet werden.

Vor allem die kaputten Kiefernbalken müssen ersetzt werden. Dazu stellt Vereinsvorsitzender Götz Schimmack Holz aus seinem Privatwald zur Verfügung. Ein Zimmermann wird dieses einbauen. Das Dach des Schafstalls, das zuletzt aus gewellten Platten bestand, soll mit alten Tonpfannen, die in Abbruchhäusern gesammelt wurden, neu gedeckt werden.

„Es ist ein wesentlicher Anteil an Eigenleistungen von Vereinsmitgliedern vorgesehen“, kündigte Schimmack in der Ratssitzung an. Durch das ehrenamtliche Engagement lassen sich die Gesamtkosten auf 28.000 Euro verringern. Würden hingegen Fachfirmen die Arbeiten ausführen, würde das mit 50.000 bis 55.000 Euro zu Buche schlagen, sagte der ehemalige Kreisarchäologe Dr. Horst Löbert, der das Projekt fachlich unterstützt.

Er hält das alte Gebäude für unbedingt erhaltenswert. „Dieser Stall ist aus zwei Gründen einzigartig im Landkreis Uelzen“, erklärte Löbert. „Zum einen trägt er eine Jahreszahl im Balken. Zum anderen stehen die Sparren direkt auf großen Findlingen – sie sind nicht auf Holzschwellen befestigt.“

Das Grundstück, auf dem der Schafstall errichtet werden soll, gehört dem Landkreis. Mit diesem hat der Verein einen Gestattungsvertrag über die kostenlose Nutzung der Fläche abgeschlossen. Dass der Eimker Rat jetzt grünes Licht für das Darlehen gegeben hat, ist ein weiterer Erfolg für Schimmack und Löbert. Außerdem steuert der Lüneburgische Landschaftsverband 8.000 Euro bei. Jetzt hofft der Verein, dass das Amt für regionale Landesentwicklung die beantragten Leader-Mittel in Höhe von knapp 16.800 Euro gewährt.

Im Gemeinderat stieß das Vorhaben des Vereins auf ein rundum positives Echo. „Das hört sich alles plausibel an. Wir freuen uns auf einen schönen Unterstand in der Heide“, meinte Bürgermeister Dirk-Walter Amtsfeld, der noch in der Sitzung den Darlehensvertrag unterschrieb. Auch Löbert versprühte Optimismus: „Ich bin guten Mutes, dass wir das hinkriegen.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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