Bernhard Sawallisch gewinnt Hösseringer Turmlauf in neuer Bestzeit / Sechs Starter im Feuerwehr-Outfit

Rekordjagd auf der Wendeltreppe

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In voller Montur: Tim Neugum, Mitglied der Suderburger Brandschützer, bestritt den Turmlauf in Feuerwehr-Bekleidung und erzielte die beachtliche Zeit von 48,6 Sekunden.

Hösseringen. Ein dumpfes Grollen ertönt im Aussichtsturm zwischen Hösseringen und Räber. Zieht etwa wieder ein Gewitter auf – so wie vor zwei Wochen, als der Turmlauf wegen eines Unwetters abgebrochen werden musste?

Erschöpft, aber glücklich: Bernhard Sawallisch hat den Lauf in 30,3 Sekunden gewonnen.

Doch was wie Donnergrollen anmutet, ist nur das Trampeln der Läufer, die am Dienstagabend bei der zwölften Auflage des Spaß-Events den 32 Meter hohen Backsteinturm hinaufsprinten. 180 Metallstufen gilt es auf der Wendeltreppe zu überwinden. Schwitzend und schnaufend trifft Läufer für Läufer oben ein. Zeitnehmer Dieter Schwerdtfeger stoppt die Uhr exakt in dem Moment, in dem ein Teilnehmer seinen Fuß auf die Aussichtsplattform setzt. „Komm, du schaffst das! Zieh! Hier oben ist Licht“, rufen die Läufer, die es bereits nach oben geschafft haben, den nachfolgenden Startern aufmunternd zu. Freundschaftliche Unterstützung statt Konkurrenzdenken ist angesagt.

Und dann rauscht Bernhard Sawallisch aus Bienenbüttel heran. Schwarzes Shirt, kurze schwarze Hose, rote Turnschuhe mit neongelben Schnürsenkeln – und jede Menge Puste: Der 25-Jährige kommt in 30,3 Sekunden an. Damit hat er die im Jahr 2010 von Turmlauf-Organisator Niels Tümmler aufgestellte Rekordzeit von 32 Sekunden geknackt.

„Wahnsinn, ich bin unterwegs zwei- oder dreimal gestolpert“, japst Sawallisch. Dann lächelt er zufrieden. Eigentlich hatte er mit 40 Sekunden spekuliert. „Erstaunlich, dass man so schnell oben ist. Ich dachte, da kommt noch mehr“, schildert er. Und sein Erfolgsrezept? „Ich habe nur jede dritte oder vierte Stufe genommen.“

Mit einer anderen Zielsetzung ist Götz Schimmack ins Rennen gegangen. Der 74-Jährige wollte unter 70 Sekunden bleiben. Und das schafft er knapp. 69,2 Sekunden zeigt bei ihm die Stoppuhr an. „Vor dem Start habe ich meine Armbanduhr abgenommen Das hat mich unter 70 Sekunden gebracht“, erzählt Schimmack schmunzelnd.

75 Jahre zählt Jürgen Wrede, der älteste der 24 Läufer. Doch er ist durchtrainiert und erreicht das Ziel in 55,5 Sekunden. Damit ist er eine Zehntelsekunde schneller als der jüngste Teilnehmer, der zehnjährige Enno Klautke. Dessen Mutter Nicole ist übrigens die einzige weibliche Läuferin an diesem Tag. Sie kommt in 58,5 Sekunden an.

Danach wird es kultig. Fünf junge Brandschützer aus Suderburg und einer aus Bohlsen bestreiten den Lauf in Feuerwehr-Montur: mit Jacke, Helm und Pressluftflasche auf dem Rücken. Einer von ihnen ist Tim Neugum, der 48,6 Sekunden erreicht. „Das macht doch Spaß und es hält fit“, erklärt er sein ungewöhnliches Outfit. Damit will er für Feuerwehr-Einsätze trainieren.

Zum Schluss blickt Organisator Niels Tümmler schon mal auf den Turmlauf 2018: „Wir haben ein neues Ziel: Die 30 Sekunden müssen fallen.“

Von Bernd Schossadowski

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