Rausschmiss in Bargfeld

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War vor zwei Jahren ein Reizthema beim Dorfrechnungstag in Bargfeld: der Radweg zwischen der B 4 und Suderburg.

Bargfeld - Von Jörn Nolting. Es ist was faul in der Samtgemeinde Suderburg – dieses leicht verfälschte Hamlet-Zitat drängte sich anhand der jüngsten Ereignisse während der Bargfelder Bauernrechnung auf. Dort wurde das Samtgemeinderatsmitglied Dierk Pellnath aus Graulingen wurde indirekt des Saales verwiesen. Für den Ratsherren der Wählergemeinschaft ein klares Signal. Die Dorfsprecherin und christdemokratische Ratsfrau des Gerdauer Rates, Annegret Contermann, rechtfertigt ihr Handeln.

„ Was mir in Bargfeld widerfahren ist, stimmt mich nachdenklich“, sagt Dierk Pellnath. Nach Betreten des Lokals und Begrüßung wurde er von Annegret Contermann gefragt, ob er denn eine Einladung habe. Die hatte das Samtgemeinderatsmitglied jedoch nicht. „Dann darf ich also nicht an der öffentlichen Bürgerversammlung teilnehmen?“, fragte Dierk Pellnath. „Richtig, dass dürfen sie nicht“, so die Antwort der Dorfsprecherin. „Dann habe ich die Versammlung verlassen“, schildert der Ratsherr aus Graulingen. Für ihn hat sich damit Annegret Contermann auf ein Niveau begeben, dass sicherlich nicht im Sinne der anwesenden Bargfelder war.

„Ein Demokratieverständnis was seines Gleichen sucht“, sagt Pellnath verärgert, „so kann und darf man sein Dorf nicht in der Öffentlichkeit präsentieren.“ Annegret Contermann hingegen betont, dass die Dorfrechnung eine „dorfinterne Veranstaltung“ ist. Auch sei der Raum im Gasthaus begrenzt und in erster Linie den Bargfeldern vorbehalten. „Ich wollte die Situation nicht noch aufheizen“, sagt die Bargfelderin im Nachhinein und bezieht sich damit auf die Strukturreform der Samtgemeinde und den Bestrebungen von den Gemeinden Gerdau und Eimke, sich von der Samtgemeinde Suderburg abzutrennen. „Die Bargfelder müssen sich auch die Frage stellen, ob Frau Contermann noch die richtige Personalie in dieser Funktion ist. Vielleicht zieht Frau Contermann ja selber die Konsequenzen ihres unrühmlichen Auftrittes. Die vielen Anrufe auch aus Bargfeld und Umgebung stimmen mich jedenfalls sehr zuversichtlich“, so die Reaktion von Dierk Pellnath.

„Ich wollte die Situation nicht schüren“, betont die CDU-Ratsfrau aus Gerdau und erinnert an die Bauernrechnung von vor zwei Jahren. Seinerzeit waren Dierk Pellnath und Manfred Mikulla von der Mehrheitsgruppe bei der Bauernrechnung in Bargfeld. „Erst kurz zuvor wurde zugunsten des Radwegs zwischen B 4 und Suderburg abgestimmt und damit gegen den Radweg zwischen Bargfeld und Gerdau. Das saß den Leuten im Blut“, erläutert Contermann. Doch Dierk Pellnath bezieht seinen „Rausschmiss“ auf die aktuellen Geschehnisse in der Samtgemeinde und die beiden Gemeinden Eimke und Gerdau. „Als Ratsmitglied habe ich auf politischen Veranstaltungen in den Mitgliedsgemeinden Gerdau und Eimke ja schon einiges erleben dürfen“, sagt er und erinnert an die Bauhofklage und die Diskussion um die Einheitsgemeinde. Das Klima in der Samtgemeinde Suderburg scheint derzeit ziemlich vergiftet zu sein.

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