Zwei Stockwerke für Vereinstreffen

Ratsbeschluss mit knapper Mehrheit: Gemeinde soll Teile der Grundschule Gerdau übernehmen

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Dieser Trakt der Grundschule Gerdau soll von der Samtgemeinde Suderburg an die Gemeinde rückübertragen werden. Das hat jetzt der Rat mit knapper Mehrheit beschlossen. Dort sollen Räume für Vereine und Verbände bereitgestellt werden. 

Gerdau. Das öffentliche Interesse an einer Nutzung von Räumen in der Grundschule Gerdau ist groß. Das berichtete Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU) jetzt in der Sitzung des Gemeinderates.

„Alle Vereine, mit denen ich gesprochen habe, scharren mit den Hufen und wollen das nutzen“, sagte er. Und so hat der Rat auch mit knapper Mehrheit die unentgeltliche Rückübertragung des zweigeschossigen, leerstehenden Teilbereichs der Grundschule von der Samtgemeinde Suderburg an die Gemeinde Gerdau beschlossen.

Diese will dort Räume für politische Sitzungen, aber auch für Veranstaltungen von Vereinen und Verbänden schaffen (AZ berichtete). Dafür habe die Lokale Aktionsgruppe der Region Uelzen bereits 120.000 Euro als Zuschuss aus dem Leader-Programm der EU zugesagt, teilte Kleuker mit.

Ausführlich diskutierte der Rat die Frage, wie viele Räume die Gemeinde Gerdau in dem Schultrakt übernehmen soll. Die SPD/FWG/Grünen-Minderheitsgruppe sprach sich dafür aus, nur das Erdgeschoss, nicht aber den ersten Stock zu nutzen. „Wir sollten ,step by step‘ gehen“, meinte Hermann Meyer (FWG). „Wir verbauen uns nichts, wenn wir erst mal eine kleinere Lösung ins Auge fassen.“

Wolfgang Hahnemann

Dem pflichtete Wolfgang Hahnemann (SPD) bei. „Wir bleiben mit unseren Kosten dann mit Sicherheit unter dem Ansatz, den der Architekt errechnet hat“, sagte er mit Blick auf eine aktuelle Kostenermittlung für die Umnutzung der Grundschule durch die Gemeinde. Für den notwendigen Umbau und die Modernisierung des Brandschutzes hat der Architekt rund 310.000 Euro kalkuliert. „Damit hat niemand gerechnet“, gab Kleuker mit Blick auf die Höhe der Summe zu.

Stefan Kleuker

Trotzdem plädierte er dafür, auch Räume im ersten Stock zu übernehmen. Das biete der Gemeinde Entwicklungspotenzial. Kleuker bezweifelte, dass durch die kleinere Vari-ante die Kosten nennenswert gesenkt werden können. „Möglicherweise lassen sich nur zwei Brandschutztüren im ersten Stock einsparen“, sagte er. Auch Annegret Contermann (CDU) warb für die Übernahme beider Geschosse. „Wir wollen etwas haben, das vorzeigbar ist“, betonte sie.

Strittig war auch die Frage, ob das Gebäude tatsächlich rückübertragen werden soll. SPD, FWG und Grüne forderten, einen Nutzungsvertrag mit der Samtgemeinde abzuschließen und die Räume nur zu pachten. „Auf diese Weise kann die Schule als Ganzes erhalten werden und die Gemeinde muss nicht unnötige Kosten wie den Einbau einer Brandschutzmauer bezahlen“, erklärte Hahnemann. Diese Mauer sei auch dann erforderlich, wenn die Gemeinde nur Pächter und nicht Eigentümer sei, erwiderte Kleuker.

Letztlich beschloss der Rat die Übertragung beider Geschosse. Auch die Kostenplanung des Architekten wurde mitgetragen. Hahnemann und Meyer lehnten das ebenso wie Werner Meumann (SPD) ab.

Von Bernd Schossadowski

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