Regen-Rundfahrt für Radweg-Bau

25 Radler demonstrieren im B 4-Kreisel für eine Verbindung nach Stadensen

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Der strömende Regen konnte sie nicht stoppen: Zehn Radfahrer aus Suderburg und 15 aus Stadensen setzten gestern Nachmittag am Suderburger B 4-Kreisel ein Zeichen für den Bau eines Radwegs nach Stadensen. 

Stadensen/Suderburg – Der Regen ergoss sich in Sturzbächen vom Himmel, das Wasser stand in tiefen Pfützen. Doch von diesem widrigen Wetter ließen sich gestern Nachmittag zehn Radfahrer aus Suderburg und 15 aus Stadensen nicht verdrießen.

Sie demonstrierten im Suderburger B 4-Kreisel gemeinsam für den Bau eines Radweges entlang der Kreisstraße 14 nach Stadensen.

Abgesichert von der Polizei, drehten die Radler gegen 16 Uhr zwei Runden im Kreisel und legten den Verkehr minutenlang lahm. Dabei wurden die Fahrradklingeln ausgiebig betätigt. „Wir brauchen den Radweg nach Stadensen unbedingt. Er ist sehr wichtig für die Sicherheit der Kinder, die zum Sommerbad fahren“, erklärte Justus Eggeling, Vize-Vorsitzender der Stadenser Interessengemeinschaft ISO, den Hintergrund der Aktion. Auch aus touristischen Gründen sei das Projekt unerlässlich, meinte er.

ISO-Chef Reinhard Wagner und der dritte Vorsitzende Joachim Evers radelten gestern ebenfalls zum Treffpunkt am Suderburger Kreisel. „Dieser Radweg ist wichtiger als alles andere, das im Landkreis überhaupt gebaut wird“, sagte Evers, der zusammen mit Eggeling zu der Aktion aufgerufen hatte. Außerdem werde damit ein wichtiger Lückenschluss im Radwegenetz geschaffen.

Die etwa 3,2 Kilometer lange Verbindung zwischen dem B 4-Kreisel und Stadensen steht im aktuellen Radwegekonzept des Landkreises an elfter Stelle. Insgesamt umfasst die von einem Fachbüro erstellte Prioritätenliste 20 Radwege an Kreis- und sechs an Landesstraßen. Mit der Fahrrad-Demo solle nicht versucht werden, den Stadenser Radweg weiter oben zu platzieren, erklärte Andreas Dobslaw, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. „Es geht darum, hier kontinuierlich den Bedarf zu dokumentieren, bis wir dran sind.“ Dobslaw schlug vor, die Aktion künftig zweimal im Jahr zu wiederholen: am Anfang und Ende einer Saison.

Er betonte aber, dass die Finanzierung des Radweges ein Kraftakt werde. Der Bau eines Kilometers kostet seinen Worten zufolge etwa 180 000 Euro. Dobslaw hofft, dass das Land dafür ein neues Förderprogramm auflegt und den Löwenanteil der Kosten übernimmt. Den Rest müssten sich dann der Landkreis und die jeweiligen Kommunen teilen. Im Fall des Stadenser Radwegs wären es die Gemeinden Suderburg und Wrestedt sowie die Stadt Uelzen. Suderburg hat sich bereits vor vier Jahren bereit erklärt, seinen Anteil vorzufinanzieren (AZ berichtete).

Das Ziel der Kreispolitik sei, die Mittel des Landkreises für den Radwegebau zu verdoppeln, sagte Dobslaw. Dann könnte die Prioritätenliste theoretisch in zehn Jahren komplett abgearbeitet werden, schätzt er. Zudem gebe es politische Bestrebungen, in der Kreisverwaltung eine weitere Ingenieurstelle zu schaffen, um die Planung neuer Radwege auf den Weg bringen zu können.

Mit der gestrigen Aktion war Suderburgs Bürgermeister Hans-Hermann Hoff sehr zufrieden. „Ein beharrlicher, zäher Kampf zahlt sich aus“, meinte er. Auch Justus Eggeling war über die Teilnahme von 25 Radlern erfreut: „Das war tadellos, vor allem bei dem schlechten Wetter.“

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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