Tag der offenen Tür in Suderburger Ostfalia: 120 Schüler informieren sich über Angebote der Hochschule

Pupillen-Tests und geplatzter Beton

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Visuelles Experiment: Hartmut Sroka, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Suderburger Ostfalia, testet Elena Mischel am „Eyetracker“. Das Gerät zeichnet die Blickrichtungen der BBS-I-Schülerin auf und überträgt die Daten auf einen Computer. Die Ergebnisse können beispielsweise für die Marktforschung genutzt werden.

Suderburg. Die Suderburger Ostfalia Hochschule steht nicht unbedingt im Verdacht geheimdienstlicher Umtriebe. Und doch lässt der wissenschaftliche Mitarbeiter Hartmut Sroka gestern beim Tag der offenen Tür auf dem Campus mit einer bemerkenswerten Aussage aufhorchen.

„Wir haben hier sogar einen Lügendetektor“, verrät er schmunzelnd. Das Gerät dient aber nicht etwa zwielichtigen Zwecken, sondern allein der Forschung im Fachbereich Handel und Logistik. Elektroden auf der Haut zeichnen dabei auf, wie die Probanden auf Werbeprodukte reagieren.

Rund 120 Schüler, unter anderem vom Uelzener Lessing-Gymnasium und von den Berufsbildenden Schulen (BBS) I und II, schnuppern gestern Hochschulluft in Suderburg. An verschiedenen Stationen erhalten sie Einblicke in die Arbeit der Ostfalia, darunter in den „Eyetracker“. Dabei handelt es sich um einen Computerbildschirm, dessen Sensoren die Blickrichtungen des Nutzers aufzeichnen.

Als Testperson dient Elena Mischel, Zwölftklässlerin der Fachoberschule Wirtschaft der BBS I. Ihre Aufgabe: Sie soll am Computer Bilder von Blumen betrachten. Hartmut Sroka speichert währenddessen Elenas Pupillenbewegungen auf seinem Rechner. Diese werden anschließend mit roten Punkten auf dem Bildschirm angezeigt. Das Ergebnis: Elenas Blicke richten sich vor allem auf die Blüten.

Die Schüler, die Zeugen dieses Experiments sind, schauen verblüfft drein. Das Verfahren wird unter anderem in der Marktforschung eingesetzt, erläutert Sroka. Und wie findet Elena das Ganze? „Ein bisschen unheimlich, aber auch total interessant“, sagt sie.

Weiter geht es zur nächsten Station. Im Betonlabor erklärt Günther Schröder, wie die Druckfestigkeit von Baumaterial geprüft wird. Dazu wird ein Betonwürfel in eine Hydraulikpresse gespannt und zusammengedrückt, bis er bricht. „Keine Sorge, es fliegt uns hier nichts um die Ohren“, sagt Schröder und lacht. „Der Würfel knistert nur einmal kurz, dann ist er gerissen.“ Tatsächlich knirscht es plötzlich und die Beton-Oberfläche bröselt auseinander.

Außerdem werden gestern ein 3 D-Drucker, die Programmierung eines Lego-Roboters, Bodenproben, die Reinigung von Klärschlamm und ein Modell, das die Fließ-Energie des Wassers veranschaulicht, gezeigt. Bei den Besuchern kommt das alles gut an. „Das war sehr interessant“, findet BBS-I-Fachoberschüler Martin Schulz. Eigentlich möchte er etwas ganz anderes studieren, nämlich Fahrzeugbau. Die Suderburger Ostfalia wollte er sich trotzdem mal anschauen. Sein Fazit fällt positiv aus: „An einer kleinen Hochschule wird mehr auf die Studenten eingegangen als an einer großen Uni.“ Davon können sich Interessierte beim nächsten Tag der offenen Tür am 21. Februar ein Bild machen.

Von Bernd Schossadowski

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