Ehepaar aus Suderburg will 2018 mit eigenem Lied am deutschen ESC-Vorentscheid teilnehmen

Punkte-Flut für Langobarden-Song?

Mit dem Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ hat Werner Warnke einst einen Gesangswettbewerb in einer Disco gewonnen. Zusammen mit seiner Frau Sylvia Aevermann hat er nun einen Song für den deutschen ESC-Vorentscheid geschrieben. Foto: Schossadowski
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Mit dem Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ hat Werner Warnke einst einen Gesangswettbewerb in einer Disco gewonnen. Zusammen mit seiner Frau Sylvia Aevermann hat er nun einen Song für den deutschen ESC-Vorentscheid geschrieben.
  • Bernd Schossadowski
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Suderburg. „Germany twelve points“: Schon seit Jahren haben die deutschen Teilnehmer beim Eurovision Song Contest (ESC) diesen Satz – zwölf Punkte für Deutschland – nicht mehr gehört. Letzte oder vorletzte Plätze waren die Regel.

Das zu ändern, haben sich Sylvia Aevermann (50) und ihr Ehemann Werner Warnke (61) aus Suderburg vorgenommen. Sie haben ein Lied geschrieben, mit dem sie 2018 am deutschen ESC-Vorentscheid teilnehmen wollen.

„Golaida“ heißt der Song. Der Name bezieht sich auf die Geburtsstätte der Langobarden – jenes Germanenstammes, der in der Lüneburger Heide beheimatet war. Vorgetragen haben Aevermann und Warnke das deutschsprachige Lied zum ersten Mal vor einigen Monaten bei der Kunst-Aktion „Land Art“ in Hösseringen. Damals habe es von den Zuhörern stürmischen Applaus und viel Lob geben. Das hat die beiden darin bestärkt, sich beim ESC zu bewerben.

„Das Lied ist eine Botschaft des Friedens“, erklärt Sylvia Aevermann, die als freischaffende Künstlerin in Suderburg tätig ist. Darin geht es um den Sieg der Langobarden über die in ihr Stammesgebiet einfallenden Vandalen. Als diese vertrieben sind, gibt es keine Gewalt mehr, niemand wird unterdrückt, es herrscht Friede. „Lango, Lango, Langobarden. Unsere Ahnen Elbgermanen“, heißt es im Refrain des Liedes, das teilweise auf Latein gesungen wird. Ein unerhörter Einfall, denn einen Beitrag in dieser Sprache gab es in der ESC-Geschichte noch nie.

Und so rechnen sich Aevermann und Warnke, die seit Jahren große ESC-Fans sind, durchaus Chancen beim deutschen Vorentscheid aus. „Nach der zweiten Strophe werden die Zuschauer in der Halle mitsingen“, ist Warnke überzeugt. Allerdings stehen die Modalitäten der deutschen Vorentscheidung, die die NDR ausrichtet, noch nicht fest. Sobald das Bewerbungsverfahren bekannt ist, wollen die beiden Suderburger ihr Lied als Audio-Datei einreichen.

„In den letzten Jahren gab‘s nur ganz wenige Punkte für Deutschland beim ESC. Da würden wir mit unserem Lied auch nicht schlechter abschneiden“, blickt Warnke schon mal auf das internationale Finale voraus, das am 12. Mai 2018 in Lissabon stattfindet. Jetzt fehlt ihrem bisher nur als A-cappella-Version vorliegenden Song nur noch die musikalische Begleitung. „Wir haben deshalb verschiedene Musiker angesprochen, ob sie bei dem Lied mitspielen wollen“, verrät Sylvia Aevermann.

Bühnen- oder Band-Erfahrrung haben die beiden nicht – mit einer Ausnahme. „Vor etwa 40 Jahren habe ich mal einen Gesangswettbewerb in einer Diskothek geworden“, erzählt Warnke schmunzelnd. „Ich habe ,Über sieben Brücken musst du gehen‘ von Peter Maffay gesungen und 100 Mark und eine Flasche Bacardi gewonnen.“ Und das sei doch ein gutes Omen für den deutschen Vorentscheid, findet er.

Wer sich Suderburgs ESC-Beitrag anhören möchte, findet ein Video davon auf dem Online-Portal Youtube.

Von Bernd Schossadowski

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