Preisgekrönte Bienenschützer

Blühstreifen-Projekt aus Wichtenbeck erfährt bundesweite Anerkennung

Der Wichtenbecker Hinrich Niemann (Mitte) und sein Kollege Fred Eickhorst (links) von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer wurden von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (rechts) ausgezeichnet.
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Der Wichtenbecker Hinrich Niemann (Mitte) und sein Kollege Fred Eickhorst (links) von der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer wurden von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (rechts) ausgezeichnet.

Wichtenbeck/Berlin – Vom Frühjahr bis zum Herbst blüht und grünt, summt und brummt es auf der Wiese von Hinrich Niemann. Der Landwirt aus Wichtenbeck hat eine Blühfläche angelegt, die Insekten wichtigen Lebensraum und Nahrung bietet (AZ berichtete).

Jetzt wurde die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer, deren Vorstandsmitglied Niemann ist, auf der Grünen Woche in Berlin für ihre Initiative zur Förderung der Wild- und Honigbienen mit einem Sonderpreis belohnt.

Vergeben wurde dieser im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbs „Insekten brauchen Bauern“ der Stiftung LV Münster, des Agrarunternehmens Syngenta und der Fachzeitschrift „Top Agrar“. Insgesamt gab es 130 Bewerber. Eine Fachjury kürte in den beiden Kategorien Landwirte und Kooperationen jeweils drei Gewinner und vergab einen Sonderpreis.

Jetzt überreichte Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) eine Urkunde und eine Trophäe an Niemann und den Geschäftsführer des Anbauerverbandes, Fred Eickhorst. Dazu gab es ein Preisgeld von 1750 Euro. „Wir freuen uns sehr über diesen Preis“, sagt Eickhorst. Niemann ist begeistert, dass das Projekt bundesweite Anerkennung erfahren hat. Davon profitiere vor allem die Wildbiene, die viel stärker als die Honigbiene gefährdet sei.

Im Vorfeld der Bewerbung hatte die Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer ein detailliertes Konzept erarbeiten lassen. Es sieht Blühflächen an festen Standorten vor, denn Wildbienen haben nur ein sehr kleines Einzugsgebiet. Zudem nisten sie häufig im Boden. Daher sollen mehrjährige Blühflächen angelegt werden, die nicht nach jeder Saison umgepflügt werden. Darüber hinaus würdigte die Jury das Engagement der Anbauervereinigung, Seitenräume von Feldern naturnah zu belassen.

„Der Fokus auf die Wildbienen hat uns hier nach vorne gebracht“, erklärt Niemann den Erfolg bei dem Wettbewerb. Jetzt gehe es darum, das Projekt weiter in die Praxis umzusetzen. Dafür soll das Preisgeld verwendet werden. „Wir wollen, dass mehr Mitgliedsbetriebe unserer Vereinigung Insektenschutz betreiben“, kündigt er an.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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