Landtag beschließt Abschaffung der Studiengebühren: Keine 500 Euro pro Semester mehr in Suderburg

Ostfalia erhofft sich Zulauf

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Studieren ohne Gebühren: Die rund 1180 Studenten an der Ostfalia Hochschule müssen ab dem Wintersemester 2014/15 keine 500 Euro mehr zahlen.

Suderburg. Jetzt ist es amtlich: Der niedersächsische Landtag hat am Dienstag die Abschaffung der Studiengebühren beschlossen. Zum Wintersemester 2014/15 können die Studenten an den Fachhochschulen und Universitäten im Land ihre 500 Euro pro Semester sparen.

„Wir hoffen, dass dadurch die Zahl der Studierenden weiter steigt“, formuliert Suderburgs Dekan Professor Dr. Albrecht Meißner die Wünsche der Hochschule. Aktuell besuchen rund 1180 Studenten den Campus in Suderburg.

„Wir schaffen die Studiengebühren ab, weil wir nicht wollen, dass ein Hochschulstudium am Geldbeutel der Eltern scheitert“, erklärte die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Gabriele Heinen-Kljajic (Bündnis 90/Die Grünen).

Mit der Abschaffung der Studiengebühren hat sich das Land verpflichtet, den Hochschulen die wegfallenden Einnahmen zu 100 Prozent zu ersetzen, auch wenn die Studierendenzahlen steigen. „Über das genaue Prozedere herrscht noch Unklarheit“, sagt Meißner. Er geht davon aus, dass das Geld pünktlich da ist. Aus persönlichen Gesprächen auch im Freundeskreis weiß Meißner, dass Studienanfänger schauen, an welchen Hochschulen sie Studiengebühren zahlen müssen. Die von der Landesregierung propagandierte „Chancengleichheit“ hält Meißner für ein „Bauchgefühl“. Eben jenes Bauchgefühl hatte Meißner bei der Einführung der Studiengebühren 2006/2007: „Wir hatten weniger Studenten aus einigen Bereichen. Das kann ich allerdings nicht mit Zahlen belegen.“ Bei den angesprochenen Bereichen handelt es sich vor allem um Studenten aus den Bundesländern östlich von Niedersachsen.

Auch die Langzeit-Studiengebühren hat die Landesregierung stärker an die soziale Realität angepasst. Überschreiten Studierende die Regelstudienzeit, müssen sie künftig erst nach sechs Semestern und nicht wie bisher schon nach vier Semestern Langzeitstudiengebühren bezahlen. Der Betrag ist zudem einheitlich auf 500 Euro pro Semester festgelegt worden. Wer sich in Hochschulgremien betätigt, wird für bis zu zwei Semester freigestellt.

Von Jörn Nolting

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