Samtgemeinde Suderburg speckt Umbaukonzept ab

Hardausee: Nur der Kiosk wird modernisiert

Der Kiosk am Hardausee in Hösseringen.
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Der Kiosk am Hösseringer Hardausee soll erweitert und modernisiert werden. Die Erneuerung der maroden Spundwand wurde aber aus Kostengründen auf Eis gelegt.
  • Bernd Schossadowski
    vonBernd Schossadowski
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Aus Kostengründen werden die Umbaumaßnahmen am Hösseringer Hardausee abgespeckt. Der Samtgemeinderat Suderburg hat jetzt beschlossen, dass nur der Kiosk modernisiert wird. Die Pläne für eine neue Spundwand wurden dagegen auf Eis gelegt.

Hösseringen – Schon seit Jahren wird in der Samtgemeinde Suderburg über die touristische Inwertsetzung des Umfelds am Hösseringer Hardausee diskutiert. Aus Kostengründen haben die politischen Gremien diese Maßnahme bereits abgespeckt. So wurde der Bau einer Betonfahrspur mit Beleuchtung zwischen Parkplatz und Kiosk gestrichen (AZ berichtete). Jetzt hat der Samtgemeinderat beschlossen, dass auch die Erneuerung der maroden Spundwand am Strand des Sees auf Eis gelegt wird. Somit bleibt nur noch die Erweiterung und Modernisierung des Kiosks übrig.

Bau-Fachbereichsleiter Rüdiger Lilje verweist im AZ-Gespräch darauf, dass die Politik einen Höchstbetrag von 485 000 Euro für das Vorhaben am Hardausee festgelegt habe. Doch die Ausschreibung habe eine Gesamtsumme für die Arbeiten am Kiosk und an der Spundwand von etwa 670 000 Euro ergeben. Die Mehrkosten hätte die Samtgemeinde durch eine außerplanmäßige Auszahlung finanzieren müssen, weil im Haushalt 2021 kein Geld dafür vorgesehen ist.

Doch dazu war der Samtgemeinderat nicht bereit – er zog jetzt in nichtöffentlicher Sitzung die Reißleine. Durch den Verzicht auf die Erneuerung der hölzernen Spundwand – dort sollte eine Winkelstütze aus Beton eingebaut werden – könne der vorgegebene Kostenrahmen eingehalten werden, sagt Samtgemeindebürgermeister Thomas Schulz.

Kiosk soll ab Mitte April umgebaut werden

„Der Umbau des Kiosks soll Mitte April beginnen und bis zum Sommer abgeschlossen sein“, kündigt Lilje an. Die Auftragsvergabe sei für den 26. März geplant. Zwei Gewerke – Lüftung und Elektrotechnik – müssten noch ausgeschrieben werden.

Für die Kostensteigerung auf 670 000 Euro hat Lilje eine Erklärung: „Hochbaumaßnahmen sind teuer, die Preise steigen stetig. Die abgegebenen Angebote lagen deutlich über den erwarteten Ansätzen.“ Hinzu seien hohe wasserrechtliche Auflagen für die geplanten Maßnahmen gekommen, die die Kosten nach oben getrieben hätten.

Laut Lilje wäre es wirtschaftlich nicht sinnvoll gewesen, die Arbeiten bis zum Erlass eines Nachtrags-Etats oder bis zum Haushaltsplan 2022 zurückzustellen. Denn dann hätte eine neue Ausschreibung erfolgen müssen, die im Ergebnis voraussichtlich höher ausgefallen wäre.

Gemeinde könnte Förderantrag für neue Spundwand stellen

Lilje warnte vor weiteren finanziellen Folgen. Hätte der Samtgemeinderat beschlossen, dass die Baumaßnahme nicht weiterverfolgt wird, wären die bisher erfolgten Auszahlungen in Höhe von etwa 53 000 Euro zuzüglich weiterer noch nicht abgerechneter Beträge umsonst investiert worden, erklärte er.

Allerdings gebe es noch Hoffnung für die Erneuerung der Spundwand – und zwar über einen etwaigen Förderantrag durch die Gemeinde Suderburg. „Vielleicht kann sie über das Leader-Programm an Mittel herankommen. Das wäre ein potenzieller Zuschussantrag, den man stellen könnte“, sagte Lilje. Im Gemeindehaushalt sei bislang aber kein Geld für die Co-Finanzierung vorgesehen. Darüber muss nun der Suderburger Rat entscheiden.

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