CJD Göddenstedt ernüchtert: Roscher Jugendbüro zählt ein Jahr nach Eröffnung kaum Besucher

Noch fehlt der nötige Schwung

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Zu den wenigen Besuchern des Roscher Jugendbüros, das vom CJD Göddenstedt betrieben wird, gehörte auch Lena Giese (links), die mit ihrer Freundin Nathalie Schulz (rechts) und deren Schwester Antonia Tischfußball spielte.

Barnsen. Knapp ein Jahr nach der Eröffnung des Jugendbüros an der Lüchower Straße in Rosche zieht das CJD Göddenstedt als Betreiber ein ernüchterndes Fazit.

„Wir sind enttäuscht, dort ist extrem wenig los“, sagt Ruth Andrick, Fachbereichsleiterin für Kinder, Jugend und Familienhilfe beim CJD. „Es kommen nur vereinzelt Jugendliche. Sie haben offenbar noch nicht erkannt, dass sie hier ihre Wünsche umsetzen können.“

Denn das Jugendbüro ist als Anlaufstelle für junge Leute gedacht. Dort sollen unter anderem Jugendprojekte koordiniert, Freizeitaktivitäten organisiert und Kontakte zu Vereinen geknüpft werden. Zudem gibt es vor Ort einen Fußballkicker, einen Billardtisch, eine Sofa-Ecke, jede Menge Gesellschaftsspiele und eine Einbauküche. Allerdings ist das Büro nur donnerstags von 16.30 bis 19.30 Uhr geöffnet. Doch das hat auch einen Vorteil: Dadurch können Personalstunden gebündelt werden, um die äußerst beliebten Kinderferienwochen des CJD Göddenstedt auszubauen.

Trotz der Anlaufschwierigkeiten war die Schließung des ehemaligen Kinder- und Jugendtreffs an der Bevensener Straße und die Einrichtung des Jugendbüros aus Sicht von Andrick die richtige Entscheidung. „Die neue Konzeption war notwendig. Es braucht aber viel Zeit, um so eine Umstellung im Ort zu verankern“, betont sie. Auch die personellen Wechsel bei der Betreuung des Jugendbüros hätten einige Jugendliche verunsichert.

Umso größer ist Andricks Zuversicht, dass die Einrichtung mit ihrem neuen Verantwortlichen Jan-Philipp Meisner besser angenommen wird. Der 25-jährige Erzieher, der auch ausgebildeter Tischler ist, arbeitet seit August 2016 als Tagesschulgruppen-Betreuer beim CJD Göddenstedt. „Er ist voller Ideen und kann wirklich was mit Jugendlichen anfangen“, freut sich Andrick. Nach den Sommerferien werde Meisner sich in der Roscher Oberschule und im Freibad vorstellen und für den Besuch des Jugendbüros werben.

Darüber diskutierte jetzt auch der Roscher Jugendausschuss. Noch bis Ende 2018 läuft der Vertrag der Gemeinde mit dem CJD Göddenstedt über die offene Jugendarbeit. Das Jugendbüro sei „wirklich noch ausbaufähig“, meint Bürgermeister Michael Widdecke (CDU). Sollte dort nach Meisners Vorstellungstour noch immer keine Belebung erkennbar sein, „können wir sagen, wie haben es wenigstens versucht“, sagt Widdecke.

Gemeindedirektor Rolf Musik schlägt vor, dem Jugendbüro vor einer möglichen Änderung des Konzepts noch einige Monate Zeit zur Entwicklung zu geben. Optimistisch zeigt sich Ausschussvorsitzender Werner Wüst (CDU) mit Blick auf Jan-Philipp Meisner. „Er macht einen sehr guten Eindruck“, lobt er.

Von Bernd Schossadowski

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