Verwaltungen schlagen Alarm: Zahl der Glasfaser-Verträge in Clustern 6, 7 und 8 ist bisher enttäuschend

„Noch deutlich Luft nach oben“

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Am Ortsausgang von Stadensen in Richtung B 4 haben jetzt die Bauarbeiten fürs Glasfasernetz im Cluster 4, der Gemeinde Wrestedt, begonnen. Noch in der Vorvermarktungsphase sind dagegen die Cluster 6, 7 und 8 im Uelzener Süd- und Ostkreis. Dort sieht die Vertragsquote aber düster aus. 

Lüder/Oetzen/Suderburg. In Stadensen haben jetzt die Bauarbeiten für das Glasfasernetz begonnen. Dagegen läuft im Uelzener Süd- und Ostkreis die Vorvermarktungsphase noch rund drei Wochen.

Doch die Zahl der bisher abgeschlossenen Verträge mit der Firma Lünecom ist enttäuschend. Die Einführung des Glasfasernetzes sei dort stark gefährdet, warnen die Verwaltungschefs Thomas Schulz (Suderburg) und Herbert Rätzmann (Rosche) sowie der Glasfaser-Koordinator der Samtgemeinde Aue, Alexander Kahlert.

Betroffen sind die Cluster 6 (Gemeinden Bad Bodenteich, Lüder, Soltendieck), 7 (Gemeinden Oetzen, Rätzlingen, Suhlendorf) und 8 (Gemeinde Suderburg). Mindestens 60 Prozent der Haushalte in unterversorgten Gebieten müssen bis Jahresende einen Glasfaser-Vertrag abgeschlossen haben. Im Cluster 8 wären das 1132 Haushalte. Doch bis gestern lagen laut Schulz nur 631 Verträge vor. Das entspricht einer Quote von 33,5 Prozent.

„Das ist überhaupt nicht das, was wir uns erwartet hatten. Und das trotz aller Bemühungen der Multiplikatoren in Ortschaften wie Böddenstedt, Hösseringen und Holxen“, ist er enttäuscht. Besonders gering sei die Quote im Kernort Suderburg und in Hamerstorf. „Leider droht die Maßnahme durch die wenigen Abgaben der Vorverträge aus diesen Ortschaften zu scheitern“, warnt Schulz. Daher bittet er die Ratsmitglieder, beim Suderburger Weihnachtsmarkt am Sonntag kräftig die Werbetrommel für das Projekt zu rühren: „Es ist 5 vor 12. Packen wir es gemeinsam an.“

Genauso ernüchternd sieht es im Cluster 7 aus. Bis Dienstag waren laut Verwaltungschef Rätzmann erst rund 530 Vorverträge aus Oetzen, Rätzlingen und Suhlendorf eingegangen. Erforderlich sind aber mindestens 970 Verträge. Somit liegt die Quote bei lediglich 33 Prozent. „Wir müssen noch richtig Gas geben“, betont Rätzmann. Zudem appelliert er an alle Multiplikatoren, noch einmal von Haus zu Haus zu gehen und die Bürger, die noch keinen Vorvertrag abgeschlossen haben, gezielt anzusprechen. „Es wäre eine Katastrophe für uns alle, wenn das an uns vorbeigehen würde“, sagt er mit Blick auf das Glasfasernetz.

Nur geringfügig besser sieht es im Cluster 6 aus. Bis gestern wurden dort 548 der 909 notwendigen Verträge abgegeben. Damit beträgt die Quote 36,2 Prozent. „Da ist noch deutlich Luft nach oben“, meint Kahlert. Besonders schlecht sehe es in Abbendorf, Schafwedel, Schostorf, Kakau und Kattien aus. Und die Zeit dränge. Denn ab Montag, 18. Dezember, seien viele Bürger schon in den Weihnachtsvorbereitungen – das Thema Glasfaser rücke dann in den Hintergrund. „Bis Freitag nächster Woche möchte ich die 60-Prozent-Hürde übersprungen haben“, gibt Kahlert das Ziel vor. Sein Aufruf an die Multiplikatoren: „Klinkenputzen, Ärmel hochkrempeln und die Bürger vom Glasfasernetz überzeugen. Es geht nicht anders.“

Von Bernd Schossadowski

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