Mehr Wasserspeicher für den Harz

Neues Projekt: Suderburger Ostfalia erforscht Anpassung an den Klimawandel

Gemeinsam mit der TU Clausthal und der TU Braunschweig erforscht die Suderburger Ostfalia die Anpassung des Wasserspeichers Harz an den Klimawandel.
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Gemeinsam mit der TU Clausthal und der TU Braunschweig erforscht die Suderburger Ostfalia die Anpassung des Wasserspeichers Harz an den Klimawandel. 

Suderburg – Es wurde erst vor wenigen Monaten gegründet, jetzt beteiligt es sich an einem bedeutenden Forschungsprojekt.

Das Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum an der Ostfalia Hochschule in Suderburg ist Teil eines neuen Forschungsverbundes zur Anpassung des Wasserspeichers Harz an den Klimawandel.

Das Projekt hat ein Gesamtvolumen von 1,8 Millionen Euro und wird in den nächsten drei Jahren mit rund 1,6 Millionen Euro durch Fördermittel aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie aus Landesmitteln finanziert. Dr. Sabine Johannsen, Staatssekretärin im niedersächsischen Wissenschaftsministerium, übergab dafür jetzt die Bewilligungsbescheide.

Hintergrund des Projekts sind die Auswirkungen des Klimawandels im Harz. 2017 traf die Region ein Jahrtausend-Hochwasser, 2018 folgte eine Dürreperiode mit Minusrekorden beim Niederschlag. Jetzt erforschen die Ostfalia Hochschule sowie die Technischen Universitäten (TU) Clausthal und Braunschweig gemeinsam mit den Kooperationspartnern Harzwasserwerke und Harz-Energie, wie sich der Harz im Bereich der Wasserwirtschaft und des Energiesystems an den Klimawandel anpassen kann.

Dominic Meinardi, Projektmanager des Instituts der Ostfalia, hebt die Bedeutung des Forschungsvorhabens hervor. Ein Teilprojekt widme sich wichtigen Aspekten, bei denen „insbesondere der Hochwasserschutz und die Niedrigwasserabgabe sowie die Trinkwasserversorgung im Fokus stehen“. Der Harz solle hinsichtlich zusätzlichen Speicherraums im oberirdischen Bereich untersucht werden. Es gelte herauszufinden, welche Möglichkeiten es gibt, um Wasser zu speichern, es in Hochwasserfällen zurückhalten zu können oder es für die Energiegewinnung, zur Trinkwasserversorgung oder zur Niedrigwasserabgabe nutzen zu können.

„Durch den Klimawandel und auch durch die steigenden Konzentrationen verschiedener Wirkstoffe, die in anderen Regionen insbesondere im Grundwasser gefunden werden, steigt die Nachfrage nach Wasser aus dem Harz“, erklärt Meinardi. „Zusätzlicher Speicherraum wird benötigt, um dieser Nachfrage gerecht zu werden.“

Das Institut der Ostfalia Hochschule suche speziell nach Synergien mit der Energiespeicherung. „Es wird geprüft, wie sich der zukünftige Bedarf und die zukünftige Auslastung der vorhandenen Anlagen entwickeln werden, wie sich durch eine Anpassung der Betriebsstrategien die Wasserabgabe optimieren lässt und wie sich zusätzliche Speicher auf die Qualität und Quantität des gespeicherten Wassers auswirken“, schildert Meinardi.

VON BERND SCHOSSADOWSKI

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