Teile des Rates Gerdau: Erst das Problem mit der Biogasanlage lösen

Neues Baugebiet stößt auf Vorbehalte

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Im ersten Abschnitt des Gerdauer Baugebiets „Hofkoppel“ ist nur noch ein Grundstück frei. Daher soll auf der angrenzenden Fläche (rechts oben im Bild) ein neuer Abschnitt ausgewiesen werden.

Gerdau. Die Fläche ist ungefähr so groß wie drei Fußballfelder und bietet theoretisch Platz für etwa 20 Wohnhäuser. Die Rede ist vom möglichen zweiten Abschnitt des Baugebiets „Hofkoppel“ im Nordosten von Gerdau.

Nach dem Vorschlag der Verwaltung könnten dort zusätzliche Baugrundstücke geschaffen werden, denn im ersten, aus den 1990er Jahren stammenden Abschnitt ist nur noch eine einzige Baufläche frei. Doch das Vorhaben ist kein Selbstläufer, wie sich jetzt bei der Diskussion im Gerdauer Rat zeigte.

Dabei ging es aber nicht um die Frage, ob das Baugebiet ausgewiesen wird, sondern erst einmal nur darum, wie dieses durch eine Baustraße erschlossen werden soll. Wolfgang Hahnemann (SPD) verwies auf die Klagen von Bürgern über Geruchsbelastungen durch die Biogasanlage bei Groß Süstedt, die nur wenige hundert Meter von der „Hofkoppel“ entfernt ist. Der Rat sollte die Haushaltsmittel für die Erschließung des neuen Bauabschnitts mit einem Sperrvermerk versehen, „solange die Frage der Geruchsemissionen nicht geklärt ist“, schlug Hahnemann vor. „Erst wenn hundertprozentig garantiert ist, dass es da nicht mehr riecht, können wir gern mit dem Baugebiet anfangen.“

Ins gleiche Horn stieß Ratsherr Hermann Meyer (FWG). „Bevor die Biogasanlagen-Problematik nicht geklärt ist, habe ich massive Bauchschmerzen, das als Baugebiet auszuweisen“, sagte er. Zudem wollte er wissen, ob der Bedarf für einen zweiten Bauabschnitt tatsächlich so groß sei.

„An die Gemeinde werden immer mal wieder Bauanfragen herangetragen“, berichtete der vom Rat einstimmig wiedergewählte Bürgermeister Stefan Kleuker (CDU). In der Gerdau gebe es einen Kindergarten und eine Grundschule. „Da ist es auch sinnvoll, das Baugebiet auszuweisen.“ Außerdem existierten nur noch wenige Baulücken im Ort, die Bauzinsen seien niedrig und die „Hofkoppel“ gehöre der Gemeinde. „Wenn wir den zweiten Abschnitt nicht jetzt ausweisen, wann dann?“, fragte Kleuker. Dem stimmte Niels Tümmler (Grüne) zu: „Es macht Sinn, diese Lücke jetzt zu schließen“, sagte er. Und Volker Schulz (CDU) meinte: „Das ist eine Investition in die Zukunft.“

Letztlich sprach sich der Rat mit neun Ja-Stimmen – bei zwei Enthaltungen von Hahnemann und Meyer – für die Erschließung des zweiten Teilstücks der „Hofkoppel“ aus. Dazu soll für rund 90 000 Euro eine 380 Meter lange Baustraße geschaffen werden. Über die Ausweisung als Baugebiet wird der Rat in einer zukünftigen Sitzung diskutieren.

Von Bernd Schossadowski

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