Wasser erzeugt Netzwerk

Neuer Förderverein an der Ostfalia-Hochschule in Suderburg gegründet

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18 Gründungsmitglieder sowie einige Gäste nahmen an der „Geburtsstunde“ des neuen Fördervereins an der Ostfalia- Hochschule in Suderburg teil. 

Suderburg – In Suderburg wurde der Förderverein „Nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft im ländlichen Raum“ gegründet, der die Verbindung zwischen der Forschung (Ostfalia-Hochschule) und mehreren Akteuren herstellen soll.

Diese Akteure stammen aus der Verwaltung, von Firmen sowie Verbänden in den Bereichen Wassermanagement, -bewirtschaftung und -verwendung. Außerdem soll so ein Austausch von Forschung und Praxis verbessert werden und der Transfer von Forschungsergebnissen eine wichtige Rolle spielen.

„Mir ist es wichtig, dass alle relevanten Partner der Wasserbewirtschaftung von Peine bis nach Harburg und von Walsrode bis Lüchow diesen gemeinsamen Verein gegründet haben, um die Hochschule zu unterstützen“, sagt Diplom-Ingenieur Ulrich Ostermann. Der Geschäftsführer des Kreisverbandes der Wasser- und Bodenverbände Uelzen wurde zum Vorsitzenden des neuen Vereins gewählt.

Bis zur nächsten Mitgliederversammlung, die voraussichtlich im kommenden September stattfinden soll, wird außerdem ein Beirat entstehen zur Einbindung weiterer Institutionen sowie zur Begleitung der Forschungsaktivitäten. „Unsere Aufgabe ist es, in den nächsten Monaten zu klären, welche Personen sich noch zusätzlich im Förderverein engagieren werden“, so Ostermann.

Herausforderungen seien „die zunehmende Konkurrenz um die vorhandenen Wasserressourcen zwischen Trinkwasserversorgung, landwirtschaftlicher Bewässerung und genügend Wasser für den Naturhaushalt“. Auch die Zunahme von Starkregen, Hochwasser und Sturmfluten machten es notwendig, die Möglichkeiten des Wasserrückhaltes in der Landschaft und im Boden sowie die möglichen Einsparpotenziale bei der Verwendung des Wassers umfassender zu nutzen. Dies sei umso wichtiger, als dass sich diese Situationen durch den Klimawandel noch weiter verschärfen werden.

Verregnen von gereinigtem Abwasser als angepasste Lösung

Der Förderverein schreibt in seiner Pressemitteilung: „Die Wasserwirtschaft im ländlichen Raum stellt in verschiedener Hinsicht besondere Anforderungen, die bisher in Forschung und Praxis oft nur unzureichend berücksichtigt wurden. Die geringere Besiedlungsdichte erfordert mehr Leitungen und Infrastruktur pro Verbraucher, Zentralisierung ist gegenüber dezentralen Konzepten abzuwägen.“ Andererseits sei im ländlichen Raum eine höhere Flächenverfügbarkeit gegeben und die Zahl industrieller Einleiter oder etwa Krankenhäuser sei begrenzt, sodass hier ein hoher Bedarf an angepassten Lösungen bestehe.

Das Verregnen von gereinigtem Abwasser zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen sei ein Beispiel für eine angepasste Lösung, die aber auch hohe Anforderungen an die Qualität des Abwassers stelle.

Der Förderverein biete eine interdisziplinäre Plattform für alle Beteiligten aus Forschung und Praxis. Hier könnten Lösungen entwickelt und erprobt werden. Durch die Verbindung des Vereins mit dem Institut für nachhaltige Bewässerung und Wassermanagement im ländlichen Raum der Ostfalia- Hochschule böten sich Möglichkeiten der Kooperation.

Das Netzwerk des Vereins erlaube die Einbeziehung aller relevanten Forschungseinrichtungen, Verbände, Gebietskörperschaften, Behörden und Firmen.

VON TIMO HÖLSCHER

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