Gerd Jahnke kritisiert Höhe der jährlichen Zuschüsse

Neue Tierprämie des Landes stößt bei Schäfer aus Eimke auf geteiltes Echo

Gerd Jahnke zieht mit seiner Schafherde und zwei Schäferhunden über eine Straße in Altenebstorf.
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Gerd Jahnke von der Eimker Glockenbergsschäferei hat mehr als 1000 Mutterschafe und etwa 80 Mutterziegen. Hier zieht er mit seiner Herde und zwei Schäferhunden durch Altenebstorf.
  • Bernd Schossadowski
    VonBernd Schossadowski
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Auf ein geteiltes Echo stößt die neue Schaf- und Ziegenprämie des Landes beim Eimker Schäfer Gerd Jahnke. Zwar begrüßt er die jährliche Pauschale von 33 Euro pro Tier, doch kritisiert er, dass die Zahlung auf 6600 Euro gedeckelt wird.

Eimke – Eigentlich müsste sich Gerd Jahnke über die neue Richtlinie des Landes Niedersachsen freuen. Denn der Schäfer, der zusammen mit seiner Tochter Verena die Eimker Glockenbergsschäferei betreibt, kann seit dem 1. September eine Prämie für seine Schaf- und Ziegenhaltung beantragen. Doch die angekündigten Zuschüsse des Landes seien bei Weitem nicht ausreichend, kritisiert Jahnke. Sein Fazit: „Im Grunde ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein.“

Die Prämie, die 33 Euro pro Tier und Jahr beträgt, ist nämlich auf eine jährliche Höchstsumme von 6600 Euro begrenzt. Das entspricht insgesamt 200 Schafen oder Ziegen. Doch Jahnke besitzt mehr als 1000 Mutterschafe und etwa 80 Mutterziegen. „Die Prämie hilft uns nicht viel weiter. Das ist höchstens ein kleines Dankeschön dafür, dass wir Schäfer angesichts der Wölfe nicht aufgegeben haben“, sagt er. Nur Hobbyhalter mit weniger als 200 Tieren profitierten davon. Trotzdem wolle er die Zahlung demnächst beim Land beantragen, kündigt Jahnke im AZ-Gespräch an.

Die Prämie von maximal 6600 Euro decke die Ausgaben für die Haltung seiner Schafe und Ziegen nicht mal ansatzweise, schildert er. Denn er hat sich elf Herdenschutzhunde angeschafft, hinzu kommen spezielle Wolfsschutzzäune und mehrere Überwachungskameras. Daher wünscht sich Jahnke, dass das Land die Prämie aufstockt und es mittelfristig keine Obergrenze mehr gibt.

Zukunft der Flächenprämie ist ungewiss

Zudem bleibe für die Weidetierhalter eine Ungewissheit: Es bestehe die Möglichkeit, dass das Land die sogenannte Flächenprämie, die es derzeit für die extensive Bewirtschaftung von Grünland zahlt, kürzen könnte. „Das kann dazu führen, dass wir trotz der Schaf- und Ziegenprämie am Ende finanziell nicht viel besser dastehen“, befürchtet er.

Dagegen begrüßt der Naturschutzbund (NABU) Niedersachsen die neue Prämie. Landesvorsitzender Dr. Holger Buschmann sieht darin eine Anerkennung der Schaf- und Ziegenhalter als wichtige Akteure in der Landschaftspflege, die schon lange überfällig gewesen sei. „Es bleibt aber weitere Unterstützung notwendig, nicht nur für Schaf- und Ziegenhaltungen, sondern auch für Mutterkuhhaltungen sowie Ganzjahresbeweidungen mit Pferden und Rindern“, sagt Buschmann. „Nur wenn die klimaschützende und Artenvielfalt produzierende Weidetierhaltung insgesamt unterstützt wird, kann sie ihre volle Wirkung erzielen.“ Gleichzeitig sei die neue Prämie eine Unterstützung, um die Aufwendungen der Tierhalter für den Herdenschutz vor dem Wolf abzupuffern.

Trotz allem hat Jahnke derzeit einen Grund zur Freude: Am kommenden Wochenende findet rund um seinen Schafstall im Eimke - an der Straße Rahfeld - das Bundesleistungshüten des Vereins für Deutsche Schäferhunde statt. Dabei erleben die Besucher das Zusammenspiel zwischen Schafen, dem Schäfer und dessen vierbeinigen „Arbeitskollegen“. Alle Aufgaben, die die Teams aus Mensch und Schäferhund während der verschiedenen Prüfungsaufgaben zu bewältigen haben, werden kommentiert und für den Laien gut verständlich erklärt. Es ist eine Veranstaltung für die gesamte Familie, bei der es auch Speisen und Getränke sowie zahlreiche Verkaufsstände gibt.

Programm läuft über drei Tage

Das Programm im Überblick: Freitag, 10. September: 10 Uhr Treffen, 11 Uhr Auslosung und Begehung des Hütegeländes, 13 Uhr Beginn des Hütens, 19 Uhr Sektempfang durch Bürgermeister und Gemeinderat Eimke, danach gemütliches Beisammensein mit DJ Martin. Sonnabend, 11. September: 9 Uhr Beginn des Hütens, 12 Uhr Mittagspause, 13 Uhr Fortsetzung des Hütens, 19 Uhr Ehrungen, danach Schäferparty im Stall mit DJ Bernd. Sonntag, 12. September: 9 Uhr Beginn des Hütens, 10 Uhr Feldgottesdienst, 11 Uhr Fortsetzung des Hütens, 12 Uhr Mittagspause, 13 Uhr Fortsetzung des Hütens, 16 Uhr Zuchtschau für Herdengebrauchshunde, 17 Uhr Siegerehrung.

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