Prof. Teichert ist Projektleiter

Neue Forschungen: Schwerpunkt Gewässer- und Bodenschutz an der Ostfalia

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In der Klimakammer der Ostfalia können Bodenausschnitte unter Laborbedingungen Umwelteinflüssen oder Abwässern ausgesetzt werden.

stk Suderburg. Gekocht wird hier nicht. Die Töpfe stehen in Reih und Glied, und statt einer leckeren Suppe fällt der Blick auf ein Stück Grasnarbe wie an jedem beliebigen Wegrand, in die gereinigtes Abwasser tröpfelt.

Kann man durch die Verrieselung den Grundwasservorrat auffüllen, statt geklärte Abwässer ungenutzt in Flüsse einzuleiten? Das ist nur eine der Fragen, die in der Klimakammmer der Ostfalia- Hochschule in Suderburg untersucht werden. Sie sind Teil eines neuen Forschungsschwerpunkts Integrierter Gewässer- und Bodenschutz.

1,2 Millionen Euro, davon 950 000 vom Niedersächsischen Wissenschaftsministerium, sind in der Fakultät Bau- Wasser-Boden in Umbaumaßnahmen, modernisierte Labore und neue Geräte im A- und E-Trakt geflossen. Auch die Klimakammer, in der die „Töpfe“, Lysimeter genannt, stehen, ist dabei entstanden. Die mit Bodenprofilen gefüllten Stahlzylinder sind mit Messinstrumenten gespickt. Hier lassen sich die Auswirkungen menschlicher Tätigkeit und des Klimas auf Boden und Wasser unter Laborbedingungen untersuchen.

„Die Ressourcen Wasser, und Boden stehen unter einem ziemlichen Stress, weil wir sie stark in Anspruch nehmen“, erklärt Projektleiter Prof. Andreas Teichert, der mit drei weiteren Ostfalia-Professoren zusammenarbeitet. Trinkwassergewinnung, Altlasten und nicht zuletzt eine „Überbeanspruchung“ durch die Landwirtschaft sorgen für diesen Stress. Vor dem Hintergrund des Klimawandels werde der Wasserbedarf gerade auf den Feldern im Landkreis Uelzen nicht abnehmen, vermutet der Professor.

Eine Gegenmaßnahme: Die Zuführung geklärten Abwassers – in dem aber noch Schadstoffe enthalten sein können. „Die Forschung versucht, kritische Stoffe zu eliminieren. Und mit heutiger Technik können wir die Stoffe detektieren“, berichtet Teichert, von Hause aus Agraringenieur. Wie man Antibiotika und Pestizide aus Hausabwässern oder aus der Tierhaltung wieder herausbekommt, das bleibt noch zu erforschen.

Dass der neue Forschungsschwerpunkt gerade in Suderburg angesiedelt wird, hat einen klaren Grund: Die Fakultät Bau-Wasser-Boden hat eine 150-jährige Tradition, hier liegt die Kernkompetenz. „Der Standort Suderburg ist zwar klein“, sagt Prof. Teichert, „aber in der Fachwelt ist das ein Name und in einem Atemzug mit der TU Braunschweig zu nennen.“

Das eingesetzte Kapital hoffen die Wissenschaftler mit Hilfe von Drittmitteln noch zu vermehren. Anträge über eine Summe von 1,5 Millionen sind zusammen mit Kooperationspartnern bereits gestellt.

Von Gerhard Sternitzke

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