An der Ostfalia begeben sich Arbeitgeber auf die Suche nach künftigem Personal

Neue Chancen im Sozialen

Einrichtungen und Studenten kommen gestern an der Hochschule in Suderburg ins Gespräch: Der Bedarf an Arbeitskräften im sozialen Bereich ist gestiegen.
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Einrichtungen und Studenten kommen gestern an der Hochschule in Suderburg ins Gespräch: Der Bedarf an Arbeitskräften im sozialen Bereich ist gestiegen.
  • Norman Reuter
    VonNorman Reuter
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Suderburg/Uelzen. Große Veränderungen zeigen sich gelegentlich im Kleinen: wie in einer Mensa. Studenten der Sozialen Arbeit schieben sich gestern Nachmittag in der Ostfalia-Hochschule in Suderburg an eng gestellten Tischen vorbei.

Der „Markt der Möglichkeiten“ hat geöffnet, bei dem sich soziale Träger aus dem Landkreis Uelzen und auch aus Lüneburg vorstellen. Auf der Suche nach dem Personal von morgen. Studiendekan Detlef Gaus steht zur Eröffnung in der Mitte und sagt, dass die Veranstaltungsräume nicht mehr ausreichen, um alle sozialen Einrichtungen, die gerne für sich werben würden, unterzubringen. Der Bedarf an Absolventen der Sozialen Arbeit ist groß. Das war mal anders.

Die Soziale Arbeit galt für Jahre als Bereich, in dem kaum eine Stelle zu finden war. Susanne Kraus, Soziapädagogin und Organisatorin des „Marktes der Möglichkeiten“ an der Ostfalia, berichtet von „neuen Arbeitsfeldern“, die in den vergangenen Jahren entstanden seien. Sie kamen mit den Flüchtlingen. Sie kamen mit einem gesellschaftlichen Wandel. Menschen mit Handicaps werden nun an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet und benötigen Begleiter. Detlev Gaus verweist auf neuere Absolventenbefragungen, wonach die Teilnehmer im Schnitt nicht mehr als fünf Bewerbungen verfassten, bis sie eine Stelle gefunden hatten.

500 Studenten der Sozialen Arbeit zählt die Hochschule in Suderburg. Seit drei Wochen gehört auch der 30-jährige Sebastian Lange zu ihnen. Nach dem Abitur hatte er schon mit einer Arbeit im sozialen Bereich geliebäugelt. Wegen der fehlenden Zukunftsaussichten habe er sich aber gegen die Sozial Arbeit und für ein Studium in Wirtschaftsinformatik entschieden. Heute bereut er das. Statt vor Computerbildschirmen zu sitzen, will er mit Menschen arbeiten. Lange sagt: „Das bereitet mir Freude, das ist nicht so trocken.“ Und die Chancen, eine Stelle zu finden, sind deutlich besser geworden.

Detlef Gaus

Detlef Gaus formuliert zu den Veränderungen im Bereich der Sozialen Arbeit: „Wir begleiten inzwischen die Menschen von der Wiege bis zur Bahre.“ An den Ausstellern gestern zeigt sich, wie breit gefächert der Bereich mittlerweile ist. Neben dem Uelzener Kinder- und Jugendzentrum oder dem Jugendmigrationsdienst ist auch die Justizvollzugsanstalt Uelzen oder die psychiatrische Klinik in Lüneburg vertreten. David Korting war Student in Suderburg, besuchte zu seinen Studienzeiten bereits „Märkte der Möglichkeiten“. Jetzt hat er die Tischseiten gewechselt, ist Sozialarbeiter in der psychiatrischen Klinik in Lüneburg. Zum „Markt der Möglichkeiten“ sagt er: „Hier besteht die Chance, sich über Arbeitsgebiete zu informieren.“ Und es könnten Kontakte geknüpft werden. Für die Einrichtungen ist der Kontakt zu den Studenten, also den Arbeitskräften von morgen, wichtiger denn je.

Von Norman Reuter

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